GESUNDHEIT

Zum Artikel über den Drogentoten im Bernkastel-Kueser Supermarkt (TV vom 14. Juli) erhielten wir diese Zuschrift:

Eine in Deutschland etablierte Therapie zur Behandlung von Drogenabhängigen ist die sogenannte Drogensubstitution. Darunter versteht man die ärztliche Behandlung von Suchtkranken mit legalen Ersatzstoffen wie Methadon, Polamidon oder Subutex. Etwa 75 400 Opiatabhängige erhalten in Deutschland eine Substitutionsbehandlung. Durch die Behandlung mit einem Ersatzstoff haben die Betroffenen die Chance, sich zunächst gesundheitlich und sozial zu stabilisieren und sich dann beruflich zu rehabilitieren. Die Substitutionsbehandlung ist eine Erfolgsgeschichte in der Suchtbehandlung. Die Behandlung führt bei vielen Patienten zu einer erheblichen Verbesserung ihrer gesundheitlichen und sozialen Lebenssituation. Folgeerkrankungen können erfolgreich behandelt werden, und den Patienten gelingt es häufig, wieder ein stabiles Leben zu führen. Beschaffungskriminalität wird vermieden, da der Abhängige sich nicht täglich Geld für seine illegale Droge beschaffen muss. Seit dem 1. Juli gibt es keinen Arzt mehr im Kreis Bernkastel-Wittlich, der im Rahmen des Substitutionsprogramms opiatabhängigen Menschen Ersatzstoffe verabreicht. Die Patienten, für die eine Substitutionsbehandlung infrage kommt, müssen in Praxen nach Trier oder Gerolstein ausweichen, wenn sie dort einen Platz bekommen. Unsere aktuellen Bemühungen, Ärzte zu finden, die bereit sind, in ihrer Praxis zu substituieren, sind bisher gescheitert. Daher möchte ich das tragische Ableben des ersten Drogentoten in diesem Jahr am Wochenende in Bernkastel-Kues zum Anlass nehmen, an die Ärzte im Kreis zu appellieren: Bitte substituieren Sie! Substitution kann Leben retten. Helga Thiel, Leitung der Suchtberatung des Caritasverbandes Wittlich