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Gewerbegebiet in Landscheid wird erweitert

Wirtschaft : Aufbruchstimmung in Landscheid

Ansässige Unternehmen und weitere Interessenten fordern, dass der Gewerbestandort an der A 60 ausgebaut werden soll. Der Ortsgemeinde- sowie der Verbandsgemeinderat gehen die Erweiterung an.

Darf es ein bißchen mehr sein? Die Ortsgemeinde Landscheid an der A 60 und nahe der A 1 sowie des Hochmoselübergangs weckt als Gewerbestandort mehr und mehr Begehrlichkeiten. Bislang hat sich dort ein Dutzend Unternehmen angesiedelt. Zu der bestehenden Fläche von 5,7 Hektar, die mittlerweile verkauft ist, sollen mehr als 16 Hektar hinzukommen. Auf einer gemeinsamen Sitzung haben der Ortsgemeinderat und die Ortsbeiräte einen Antrag zur Änderung des Flächennutzungsplan auf den Weg gebracht.

Lärm Doch insbesondere die Nähe zum Ortsteil Burg, erklärt Günter Reis von der Verbandsgemeindeverwaltung Wittlich-Land, mache eine Erweiterung nur mit Beschränkungen möglich. Um herauszufinden, ob bei einer Erweiterung die Lärmschutzwerte in der Umgebung eingehalten würden, hat die Verwaltung bereits eine lärmtechnische Untersuchung in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Aufgrund des bereits bestehenden Gewerbegebietes dürfe von den Betrieben auf der angedachten Erweiterungsfläche nicht so viel Lärm ausgehen, erklärt Reis.

Sonst könnten die Lärm-Immissionsrichtwerte für die Wohngebiete im Ortsteil Burg, der im Osten und Südosten des Plangebiets liegt, nicht eingehalten werden. Mehr als 55 Dezibel am Tag und 40 Dezibel in der Nacht dürften dort nicht ankommen, erklärt Ortsbürgermeister Ewald Heck. Deshalb sei auf den potentiellen Erweiterungsflächen keine unbeschränkte nächtliche Nutzung möglich, sagt Reis. Ein Speditionsbetrieb mit nächtlichem Lastwagenverkehr oder ein Betrieb mit nächtlichen Verladetätigkeiten, wo nachts Gabelstapler auf dem Hof piepsen, sei da nicht drin. Gemäß des Gutachtens dürfte von den Flächen in Richtung des 100 bis 200 Meter entfernten Ortsteils Burg weniger Lärm ausgehen als von Flächen in Richtung des Ortsteils Landscheid. So könne  man also in Richtung Landscheid eine höhere Schallabstrahlung zulassen.

Reis: „Generell müssen wir die Schallbelastung jedoch begrenzen und das im Bebauungsplan festsetzen. Insbesondere die Flächen in Richtung Burg dürfen weniger Lärm abstrahlen.“ Deshalb sei nur die Ausweisung eines beschränkten Gewerbegebiets zulässig.

Was einige Ratsmitglieder stutzig macht, ist die Tatsache, dass eine bereits im Gemeinderat diskutierte Ausweitung des Wohngebietes im Otsteil Burg nicht in der Planung berücksichtigt wurde. Dazu sagt Ortsbürgermeister Ewald Heck: „Bei Wohnbaugrundstücken sind wir noch gut aufgestellt und haben Reserven.“

Landwirtschaft Ein Haar in der Suppe der Planer ist der Wolfskauler Hof. Der Bauernhof mit Wohnhaus liegt mitten im Plangebiet und ist als Mischgebiet lärmtechnisch gesehen ebenfalls schützenswert. Reis: „Da laufen Gespräche: Er soll Teil des Gewerbegebiets werden, oder das Wohnhaus soll ganz wegkommen.“ Im Bereich der Erweiterung, sagt Reis, solle betriebliches Wohnen zudem untersagt werden.

Bevor die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen kann, muss zudem noch der Verbandsgemeinderat tätig werden und eine Änderung des Flächennutzungsplans umsetzen. Denn derzeit sind noch 7,7 der geplanten Erweiterungsfläche von insgesamt 16 Hektar als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Mit einem ersten Beschluss hat der Verbandsgemeinderat die Änderung des Flächennutzungsplans auf seiner jüngsten Sitzung allerdings schon auf den Weg gebracht. „Außer in Landscheid haben wir ansonsten nicht viele Areale, auf denen man große Gewerbegebiete verwirklichen könnte“, sagt Dennis Junk, Bürgermeister der VG Wittlich-Land. Aller Voraussicht nach, sagt Reis, könne die Planung bis Herbst 2020 abgeschlossen und Baurecht geschaffen werden.