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Gewerbegebiet Maring-Noviand: Bürgermeister soll auf die Tube drücken

Kommunalpolitik : Geplantes Gewerbegebiet in Maring-Noviand: Viel Ärger um einen Antrag

Den Befürwortern des Gewerbegebiets in Maring-Noviand geht das Prozedere für das geplante Gewerbegebiet zu langsam vorwärts.

Ein Antrag in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Maring-Noviand hat für heftige Diskussionen im Gremium gesorgt. Gestellt worden ist er gemeinsam von der Liste Zukunft und der Bürgerinitiative „Maring-Noviand: Ein Ort, eine Stimme“. Den Vertretern dieser beiden Gruppierungen dauert der Entscheidungsprozess rund um  das geplante Gewerbegebiet Maring-Noviand offensichtlich zu lange. Jedenfalls fordern sie Bürgermeister Klaus Becker auf, dass dieser sich gemeinsam – im Antrag fett gedruckt– mit den Beigeordneten sowie der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues für die Forcierung des Verfahrens einsetzt und alle dazu erforderlichen Besprechungen und Behördentermine gemeinsam geführt werden sollen.

Anlass für diesen Antrag, der vom Rat bei sechs Gegenstimmen beschlossen wurde,  ist, dass die Ortsgemeinde Maring-Noviand 2019 einen Antrag bei der Planungsgemeinschaft Region Trier gestellt hat, in Zusammenhang mit dem geplanten Gewerbegebiet auf der Gemarkung der Ortsgemeinde die Funktion „G“ zugewiesen zu bekommen, laut Marco Brixius, Beigeordneter der Ortsgemeinde, Bedingung dafür, dass ein solches Gewerbegebiet ausgewiesen werden könne.

Bis heute ist der Antrag nicht entschieden, laut Joachim Streit, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, sei in der Sache vor 2022 auch mit keiner Entscheidung zu rechnen. Brixius, der den Antrag für die beiden Listen vorgelesen hat, sagt, man wolle damit erreichen, dass sich der Ortsbürgermeister aktiv um eine baldige Entscheidung kümmere. „Wir wollen forcieren, dass es schneller geht“, sagt er.

Der Ortsbürgermeister ist nach eigenen Worten „tief enttäuscht“ über diesen Antrag. „Dass man mir nachsagt, ich würde Dinge alleine machen, ist für mich kein Vertrauensbeweis“, sagt er. „Warum sollen wir über etwas abstimmen, was wir als gelebte Praxis machen“, springt ein Sprecher der Fraktion Liste Becker dem Ortsbürgermeister bei.

Auch am Tag nach der Ratssitzung ist Becker „sehr geschockt“. Es sei ihm nicht klar, warum ein solcher Antrag gestellt werde. Bei allen Besprechungen seien die Beigeordneten mit dabei gewesen. „Ich stehe für Transparenz“, sagt der Ortsbürgermeister.

Seit seinem ersten Amtstag habe er immer alles mitgeteilt. Menschlich sei dieser Antrag „sehr enttäuschend.“ Dabei liege es nicht an der Ortsgemeinde, wenn die Planungsgemeinschaft Sitzungen verschiebe. „Der Antrag ärgert mich sehr. Ich verschleppe nichts.“

„Wir wollen nichts Böses“, sagt Brixius. Auch habe man keinen Vertrauensverlust in den Ortsbürgermeister demonstrieren wollen. Man habe ihn einholen wollen, damit er sich darum kümmert.