Gewinn trotz turbulentem Jahr

Für die Vereinigte Volksbank war 2007 ein turbulentes Jahr: Die Umwandlung zur Genossenschaft, Klagen von drei Aktionären gegen die Umwandlung, Kreditrisiken und die Fusionsüberlegungen mit der Raiffeisenbank Bernkastel-Wittlich sorgten für Diskussionen. In Kaisersesch fand am Montag die Generalversammlung statt.

Kaisersesch. Ein Jahresüberschuss von 720 000 Euro und eine Dividende von 4,5 Prozent werden die Mitglieder der Vereinigten Volksbank eG vielleicht gefreut haben, dennoch war 2007 kein einfaches Jahr. Im Gegenteil: Im vergangenen Jahr musste die Volksbank einige schwierige Klippen umschiffen, um überhaupt mit einem Gewinn abschließen zu können. Bedingt durch die Umwandlung der Bank von einer Aktiengesellschaft zu einer Genossenschaft gingen 3,6 Millionen Euro an Eigenkapital verloren. Geld, das die Aktionäre, die den Wechsel nicht mitmachten, mitnahmen. Doch nicht nur das: Die verbleibenden Mitglieder erhalten im Oktober eine Barauszahlung für die ehemaligen Aktien von insgesamt fast 13 Millionen Euro. Um die Eigenkapitalausstattung dennoch zu sichern, waren stille Einlagen in Höhe von 15 Millionen Euro durch die Raiffeisenbank Bernkastel-Wittlich und den genossenschaftlichen Verbund erforderlich. Zahlen, die Vorstand Peter van Moerbeck auf der Generalversammlung bekannt gab. Auch beim Kreditgeschäft war es zu Problemen gekommen. Drei Kredite über insgesamt 10,4 Millionen Euro machten eine höhere Risikovorsorge erforderlich, die im März sogar zu einer Inanspruchnahme der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) in Höhe von 3,9 Millionen Euro führten. "Diese Kredite sind alle gekündigt", betonte van Moerbeck, der Vorwürfen widersprach, der Vorstand hätte hier nicht ausreichend Wert auf Sicherheiten gelegt. Eine Regressprüfung eines Gutachters gegen den damaligen Vorstand, vom Aufsichtsrat in Auftrag gegeben, ergab zudem keine Hinweise auf Pflichtverletzungen, wie Aufsichtsratsvorsitzender Gottfried Fischer (Wittlich) betonte.Wie sehen nun die konkreten Zahlen für 2007 aus? Die Bilanzsumme der Vereinigten Volksbank reduzierte sich 2007 um 11,7 auf 339,8 Millionen Euro, das betreute Kundenvolumen der Bank blieb nahezu unverändert bei 735 Millionen Euro. Das Kundenkreditvolumen erhöhte sich um 25 auf 353 Millionen Euro, wobei hier weiterhin ein hoher Anteil von Krediten über 500 000 Euro festzustellen ist. Das betreute Kundenanlagevolumen beträgt insgesamt rund 382 Millionen Euro. Als Gewinn ist ein Überschuss von 720 000 Euro ausgewiesen, der nicht zuletzt auf eine Auflösung einer stillen Reserve von 2,6 Millionen Euro zurückzuführen ist.Zurück zu den turbulenten Ereignissen des vergangenen Jahres. Die drei Klagen sind abgeschlossen, über 200 000 Euro an Anwalts- und Prozesskosten musste die Bank dafür aufbringen. Doch für die Bank eine notwendige Ausgabe, um möglichst rasch die Fusion mit der Raiffeisenbank Bernkastel-Wittlich zu verwirklichen. "Die Vorbereitungen sind auf gutem Wege", so Peter van Moerbeck. Bereits im August sollen auf getrennten Mitgliederversammlungen der beiden Banken die entsprechenden Beschlüsse gefasst werden, bis November soll alles umgesetzt sein. Mit einem klaren Ziel: "Eine leistungsstarke und zukunftsfähige Genossenschaftsbank im Wirtschaftsraum zwischen Koblenz und Trier", so der Vorstand.Darauf hoffen sicher auch viele der Mitglieder, die sich von den guten Bilanzzahlen des Fusionspartners beeindruckt zeigten und auf bessere Zeiten spekulieren. Dennoch wurde auf der Generalversammlung keine Kritik laut, bei der Entlastung des Vorstandes gab es lediglich vier Enthaltungen und zwölf Nein-Stimmen, gegenüber 305 Ja-Stimmen. Immerhin: Der Geschäftsbericht macht deutlich, dass auch die Zukunft nicht rosig aussieht für die Vereinigte Volksbank. Dort heißt es, dass die Bank auch in den kommenden zwei Jahren ein weit unter dem Durchschnitt vergleichbarer Volks- und Raiffeisenbanken liegendes Betriebsergebnis erzielen wird.