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Gibt es eine Rettung für die Jugendherberge in Traben-Trarbach?

Kostenpflichtiger Inhalt: Tourismus : Gibt es vielleicht doch noch Hoffnung für die Traben-Trarbacher Jugendherberge?

Das Land stellt Hilfen von mehr als neun Millionen Euro in Aussicht.

(hpl) Erst vor wenigen Wochen erschütterte die Nachricht der Schließung der Jugendherberge Traben-Trarbach. Jacob Geditz, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Jugendherbergswerks Rheinland-Pfalz begründete das mit der Corona-Krise und ausstehenden Brandschutz-Sanierungsmaßnahmen (TV vom 6. April).

Das gelte zudem auch für Bernkastel-Kues, hieß es weiter. Dort ist die Jugendherberge schon seit mehreren Jahren wegen Renovierungsbedarf geschlossen. Die Stadt plant einen Neubau auf eigene Kosten. Dabei ist allerdings offen, ob das DJH oder ein privater Pächter dort einziehen wird.

n Traben-Trarbach gab es heftige Kritik aus der Politik an der Schließung der Jugendherberge. Sowohl Stadtbürgermeister Patrice Langer, als auch der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach, Marcus Heintel, forderten, Mittel und Wege zu suchen, die Jugendherberge zu erhalten.

Mittlerweile gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat unlängst einen Rettungsschirm in Höhe von neun Millionen Euro für das Jugendherbergswerk angekündigt (TV vom 10. Mai). Mit diesem Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss, sollen die Defizite, die durch coronabedingte Übernachtugnsausfälle entstanden sind, ausgeglichen werden.

Jacob Geditz nimmt dazu Stellung: „Die Nothilfezahlung von neun Millionen Euro betrifft nicht nur das DJH. Es ist ein Notprogramm für alle gemeinnützigen Beherbergungsbetriebe im Jugend- und Familienbereich, mit insgesamt 180 Antragsberechtigten. Die Mittel sind dafür vorgesehen, Liquiditätsengpässe zu verhindern, damit es nicht zu einer Insolvenz kommt. Bei Einnahmeverlusten von mittlerweile mehr als 20 Millionen Euro ist dies zwingend notwendig, um weitere Schließungen zu vermeiden und das DJH als Organisation zu erhalten.“

Aus seiner Sicht gibt es deshalb durch das Programm Hoffnung, dass dies gelingen könne. Die Beträge würden aber nicht ausreichen um die bisherigen Verluste abzudecken. Geditz: „Wir werden nach der Krise nach Möglichkeiten und Lösungen suchen, wie die Jugendherberge in Traben-Trabach mittelfristig erhalten werden kann. Kurzfristig wird dies nicht möglich sein, da in die Jugendherberge für den Brandschutz und für die Modernisierung insgesamt drei Millionen Euro investiert werden müssen.“

Was Bernkastel-Kues betrifft, sagt Geditz: „In Bernkastel-Kues ist der Sachverhalt so, dass ein privater Investor die Realschule zu einer Jugendherberge umbauen möchte. Inwiefern sich daraus eine Perspektive für den Betrieb der Jugendherberge ergibt, wird in Gesprächen erörtert.“