Gielerter Haushalt gerät in Schieflage

Gielerter Haushalt gerät in Schieflage

Jährliche Dauerdefizite belasten die 164 Bürger zählende Ortsgemeinde Gielert. Ihr Haushaltsplan schafft es seit Einführung der kaufmännischen Buchführung nicht mehr aus den roten Zahlen.

Gielert. Wie bereits in den Vorjahren hat die Ortsgemeinde Gielert auch 2011 darauf verzichtet, zu investieren. Nachdem sie 2010 lediglich einen neuen Mäher für 3950 Euro gekauft hatte, fasst der Rat nun für die nähere Zukunft ein Projekt ins Auge: eine neue Fahrbahndecke für den Wirtschaftsweg Richtung Immert.
Allerdings ist selbst dieses Vorhaben nur zu stemmen, wenn ein beim Land beantragter Zuschuss fließt. "Wir müssen schauen, ob das genehmigt wird", sagt Ortsbürgermeister Gustav Pfeiffer.
Das Dilemma des Ortes sind seine hohen Schulden, die noch aus dem Straßenausbau vor einigen Jahren resultieren.
Die langfristigen Schulden werden zwar bis Ende des Jahres auf 116 100 Euro, 2010 waren es noch rund 9000 Euro mehr, sinken. Doch dafür steigt die Summe der für die Sicherung der Liquidität benötigten kurzfristigen Kredite: aus 168 600 Euro werden bis Ende des Jahres 194 600 Euro.
Die gesamt 310 700 Euro belasten die 164 Bürger folglich mit rund 1900 Euro pro Kopf. Verglichen damit sind alle, teils lang angesparte, Reserven bescheiden. Rücklagen wie aus der Jagdpacht (8100 Euro) oder für Wegenutzung Windkraft (9500 Euro) summieren sich mit denen für Heimat- und Kulturpflege, Mineralwasser oder Verbisspauschalen auf 33 100 Euro. Der Betrag würde noch nicht einmal ausreichen, um das 2011er Defizit auszugleichen. Bei Erträgen von 155 600 Euro und Aufwendungen von 195 810 Euro fehlen 40 210 Euro.
Allerdings stecken darin rein rechnerische 55 820 Euro, die seit Einführung der kaufmännischen Buchführung (Doppik) als Wertminderungen des Gemeindevermögens (Abschreibungen) zu buchen sind.
Die finanzielle Misere spiegelt sich auch in der voraussichtlichen Entwicklung des ebenfalls für die Doppik ermittelten Eigenkapitals. Gielerts Vermögen aus Gebäuden, Grundstücken, Wald oder Mobiliar beträgt laut Eröffnungsbilanz 2,13 Millionen Euro. urs

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