Gift: Brunnen wird jetzt monatlich überwacht

Gift: Brunnen wird jetzt monatlich überwacht

Die Lage ist ernst: Um die Gewässer rund um den Flugplatz Spangdahlem besser überwachen zu können, haben Vertreter der Air Base, der Kreise sowie der Struktur- und Genehmigungsdirektion konkrete Schritte beschlossen.

Spangdahlem/Beilingen. Neuigkeiten zum Thema Trinkwasser rund um die Air Base Spangdahlem: Nachdem im Januar bei Messungen im Beilinger Trinkwasserbrunnen erstmals PFT (Perfluorierte Tenside) nachgewiesen werden konnten (sie lagen bei 10 Nanogramm pro Liter, unbedenklich ist für Menschen eine Konzentration von 300 Nanogramm pro Tag), haben Vertreter des Flugplatzes, der anliegenden Kreise und Gemeinden sowie der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord (SGD Nord) bei einem Treffen der Arbeitsgruppe "Flugplatz Spangdahlem" Schritte beschlossen, mit denen der Beilinger Brunnen und die Gewässer um die Air Base besser geschützt und überwacht werden sollen. "Wir werden Grundwassermessstellen im Vorfeld des Beilinger Brunnens einrichten", berichtet Joachim Gerke von der SGD Nord.
Grundwassermodell vorgestellt


Zudem ist ein "Tracer-Versuch" geplant. Dabei wird an den mit Giftstoffen belasteten Orten auf dem Flugplatz ein Farbstoff ins Grundwasser geleitet, um die genaue Fließrichtung feststellen zu können. "Wenn der Farbstoff in den benachbarten Messstellen ankommt, können wir daraus auf geeignete Sanierungsmaßnahmen schließen". Schon bei der Sitzung des VG-Rates Speicher Anfang Dezember hatten Vertreter der SGD Nord den Brunnen als "zukünftig eventuell gefährdet" bezeichnet. Die jetzt im Januar nachgewiesene PFT-Belastung dürfe man nicht überbewerten, fordert Gerke. "Man muss abwarten, ob das nun nur ein Ausreißer war oder ob sich die Werte in den kommenden Monaten bestätigen werden". Ab sofort wird die VG Speicher die Anlage monatlich überwachen. Wie Manfred Rodens, Bürgermeister der VG-Speicher, berichtet, werden zudem auch alle Angelteiche in der VG auf Giftstoffe untersucht. In der Sitzung der Arbeitsgruppe wurde zudem ein Grundwassermodell für das Flugplatz-Umfeld vorgestellt. Gerke: "Die Hauptstromrichtung des Grundwassers ist zur Kyll gerichtet. Auf der Grundlage dieses Modells kann eine Beeinflussung des Brunnens Beilingen nicht ausgeschlossen werden. Die Grundwasserfließzeiten bis zum Brunnen werden aktuell auf 40 Jahre geschätzt." Allerdings könne belastetes Grundwasser schon früher in den Brunnen gelangen. Denn die PFT-haltigen Löschmittel wurden seit den 1970er Jahren auf dem Flughafen benutzt - "sie können also schon länger unterwegs sein", sagt Gerke. mfr

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