Eichenprozessionsspinner : Giftraupe verletzt Kinder in Salmtaler Kita

Pusteln, Hautausschlag und Juckreiz: Der Eichenprozessionsspinner hat Bäume auf dem Gelände der Kindertagesstätte Salmtal befallen. Vier Kinder kamen beim Spielen mit den Tieren in Berührung.

Auf ein gefährliches Spiel – ohne es zu wissen – haben sich vier Kinder´vor wenigen Tagen in der Kindertagesstätte Wunderland in Salmtal eingelassen. Es ging nicht gut aus. Für ein Kind endete das Spiel mit den Giftraupen, die in Massen an Stämmen der Eichenbäume auf dem Kitagelände wanderten, sogar im Krankenhaus.
Was war passiert? „Es war direkt am Morgen so gegen 10 Uhr“, erzählt Kitaleiter Bastian Fett. „Da haben die Kinder auf dem Außengelände, wo viele Eichen stehen, gespielt. Obwohl wir die Eichen ein paar Tage zuvor noch kontrolliert hatten, wussten wir nicht, dass da Eichenprozessionsspinner drin waren.“

Demnach sei man von den Tieren überrascht worden, sagt Fett. Die Raupen seien mehr oder weniger von einen auf den anderen Tag in den Eichen der Kita aufgetaucht. Vier Kinder hätten mit den Raupen, die entlang der Eichenstämme prozessiert seien, auf dem Außengelände gespielt, ohne dass ein Erzieher das bemerkt habe. „Die Kinder haben mit den Händen RaupenNester vom Baum abgemacht und in einen Spielzeuglastwagen gelegt. Dann seien sie in die Kita gekommen und hätten gesagt: „Oh schaut, wir haben Kitzelraupen gefunden, die mittlerweile aber auch schon etwas wehtun.“ Die vier Kinder hätten sich an den Stellen am Körper, wo sie mit den Eichenprozessionsspinnern in Kontakt gekommen seien, gekratzt und über Juckreiz geklagt.

„Ein Kind hatte richtigen Hautausschlag und rote Pusteln am Arm.“

Der Hautkontakt mit den Brennhaaren der Raupe löst bei Mensch und Tier eine toxische Reaktion aus. Da jedoch kein Kind über allergische Reaktionen wie  Atemnot geklagt habe, habe die Kitaleitung  nicht den Notarzt, sondern nur die Eltern verständigt und die Kinder abholen lassen.
Wie Ortsbürgermeister Anton Duckart erklärt, sei ein Kind nicht nur in einer Arztpraxis, sondern später noch im Krankenhaus behandelt worden. „Ich habe mit der Mutter gesprochen, mittlerweile geht es dem Kind wieder gut.“

Bekämpfung Das Außengelände, auf dem Eichenbäume stehen, sei nun komplett gesperrt,  sagt Duckart. Die Eichenprozessionsspinner auf dem Kitagelände sollen noch in dieser Woche von einem Profi beseitigt werden, erklärt Duckart. „Das erledigen geschulte Baumkletterer in Schutzanzügen, denn leider kommt man mit keiner Hebebühne auf das Außengelände drauf.“ Die Profis würden die Bäume besteigen, die Tiere, die mittlerweile in ihren Nestern konzentriert seien, absaugen und die Reste der Nester abflämmen. „Da die Gesundheit der Kinder vorgeht, werden wir die Eichen eventuell im Herbst fällen und neue Bäume pflanzen.“ Er habe diesbezüglich schon Rücksprache mit dem Förster gehalten, sagt Duckart.

Kritik Der Vorfall in der Kita Salmtal mit dem Befall  durch die Giftraupen und die Verletzungen der Kinder durch Kontakt mit den Tieren wäre nicht so bedenklich, meint die Tante eines der verletzten Kinder, wenn nicht bereits im vergangene Jahr Eichenprozessionsspinner auf dem Gelände der Kita festgestellt worden wären. „Da sollten die Erzieher doch sensibilisiert sein. Aber die haben sich nicht gekümmert, bis das Gebrüll losging“, meint die Dame, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. „Da hätte doch in diesem Jahr präventiv etwas unternommen werden müssen. Man ist mit dem Thema zu lasch umgegangen, meine ich.“

Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen auf einem Eichenstamm entlang. Foto: picture alliance/dpa/Patrick Pleul

Da die Eichen auf dem Gelände der Kita bereits 2018 mit den Giftraupen befallen waren, sagt die Dame, sei dieser Vorwurf gerechtfertigt. Zumal das Thema die Presse rauf- und runtergegangen gehe. So berichtete auch der TV über die Ausbreitung und die Gefahr des Eichenprozessionsspinners in der VG Wittlich-Land. „Die Erzieher sollten doch eine Ahnung davon haben, welche Gefahr da draußen lauert.“

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