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Gladbacher Grundschule bekommt Lüftungsanlagen

Corona : Gladbacher Grundschule bekommt Lüftungsanlagen

Die Verbandsgemeinde hat für ihre kleinste Schule Luftfilter bestellt. Sie sollen ab Ende März laufen. Die Erfahrungen werden in die Entscheidung für weitere Geräte einfließen.

Lüften, lüften, lüften – heißt es während der Pandemie. Alle 20 Minuten sollen für drei bis zehn Minuten in den Schulen die Fenster geöffnet werden, damit das Risiko für Infektionen reduziert wird. Um gezielter lüften zu können, gibt es Co2-Ampeln, die mit einem einfachen Lichtsignal anzeigen, wann die Luft im Raum verbraucht ist und gelüftet werden muss. Sie kosten zwischen 100 und 200 Euro und müssen in der Mitte des Klassenraums stehen, um richtig zu funktionieren.

Eine weitere Maßnahme, Infektionen zusätzlich zum Lüften zu reduzieren, können Luftfilter sein. Sie ziehen die Aerosole aus der Luft.

In einer der vergangenen Sitzungen des Verbandsgemeinderats wurde der Einsatz solcher Geräte für die Grundschulen angesprochen. Ein solches Gerät kostet 3500 Euro und wird nur dann vom Land gefördert, wenn es im Klassenraum keine Möglichkeit gibt, zu lüften. In den Grundschulen der Verbandsgemeinde ist das aber überall möglich.

Es wurde deshalb auch über Systeme nachgedacht, die selbst von den Eltern oder Hausmeistern gebaut werden könnten. Der Sanierungsmanager der Verbandsgemeinde, Tobias Thiel-Schruden, hat sich mit dem Thema beschäftigt. In Mainz und Pirmasens sind Modelle selbst gebaut worden. Das Mainzer Modell wurde mit Baumarktmaterialien angefertigt. Schirme fangen die warme Luft auf und diese wird über Ventilatoren nach außen befördert. Die Vorteile sind die kontinuierliche Abführung von Aerosolen, frische Luft kann durch die Klassentür nachströmen. Man braucht weniger Lüften, statt dreimal pro Stunde noch zweimal. Es kann mit geschickten Laien gebaut werden. Dafür zieht es dann im Klassenraum, die Besteigung an den Decken müssen geprüft werden, es müssen Stecker vorhanden sein und es wurde nur unter „Laborbedingungen“, aber nicht in der Praxis überprüft.

In Pirmasens wurde ebenfalls ein Lüftungssystem in den Klassenräumen eingebaut, das aber nur mit technischem Personal montiert werden kann. Dabei ist aber eine Wärmerückgewinnung möglich und eine gezielte Zuluft.

Geräte, die man kaufen und aufstellen kann, die in etwa aussehen wie ein Kühlschrank, haben „Hepa-Filter“, die Viren und Bakterien aus der Raumluft filtern können. Sie können laut Robert-Koch-Institut flankierend zur Fensterlüftung eingesetzt werden. Die Lautstärke dieser Geräte im Raum spielt aber bei der Auswahl eine wichtige Rolle.

In Gladbach ist die Lüftungssituation an der Schule schwierig und deshalb hat die VG für diese Schule einen Förderantrag für „Hepa“-Filteranlagen gestellt, der Ende Februar bewilligt worden ist. Aktuell werden Angebote verschiedener Hersteller eingeholt. Ende März können die Geräte in Betrieb gehen. Die Erfahrungen von Gladbach will man anschließend im Schulausschuss und im Haupt- und Finanzausschuss diskutieren. „Es soll aus wissenschaftlicher Sicht sinnvoll sein“, meint Manuel Follmann, Mitglied im Verbandsgemeinderat.

Verbandsbürgermeister Dennis Junk geht davon aus, dass im Sommer die Lüftung über die Fenster kein Problem sei und man eine strategisch langfristige Lösung zum Herbst hin habe. Dann könne sich auch die Fördersituation noch einmal geändert haben, denn in der VG gibt es 50 Klassenräume in den Grundschulen. Ratsmitglied Günter Theis regte an, zukünftig bei der Planung von neuen Schulgebäuden oder Anbauten auch die Lüftung zu berücksichtigen.