Gläubige verabschieden sich auf 100 Seiten

Gläubige verabschieden sich auf 100 Seiten

Pfarrer Leo Ehses hat sich bei vier Messen von den Gläubigen in den Pfarreien in Wintrich, Filzen, Brauneberg und Veldenz verabschiedet. Musikbeiträge und Reden zeichneten ein Bild des engagierten Geistlichen.

Wintrich. (cst) Zufrieden lächelnd, vielleicht mit einem Schuss Wehmut in den Augen, geht Pfarrer Leo Ehses über den Rasen vor der Wintricher Kirche St. Stephanus. Er verabschiedet sich von den Gläubigen, die er nach seiner letzten Messe zu Kaffee und Kuchen eingeladen hat. Die Arme voller Abschiedsgeschenke findet er für jeden Gast ein freundliches Wort.

Freundliche Worte waren auch in den zahlreichen Festreden und Musikstücken enthalten, mit denen Vereine und Würdenträger im Anschluss an die Messe seinen Gang in den Ruhestand würdigten. Dabei zogen sich die Eigenschaften des 73-Jährigen durch alle Beiträge. Die Redner würdigten seine Fähigkeit, Menschen zu motivieren genauso wie die anpackende Art des Pfarrers, der keine handwerkliche Mühe scheut. Egal, ob Inge Klein vom Pfarrgemeinderat den Zusammenhalt beschrieb, den Pastor Ehses immer wieder mit den Worten "Das packen wir" geschaffen hatte, Yvonne Taillar von der Kindertagesstätte den herzlichen Empfang schilderte, mit dem der Geistliche sie empfing ("Sie schickt uns der liebe Gott") oder Dechant Georg Moritz die Eigenschaften des Pfarrers schilderte ("Fleißig, interessiert am Geschehen, mit eigenem Charme ideenreich und segensreich"), stets hatte man das Gefühl, die Redner würden den Besuchern der vollbesetzten Wintricher Kirche aus dem Herzen sprechen.

Die Gläubigen konnten auch herzhaft lachen, wenn die Festredner humorvoll auf die weltlichen Vorlieben des Pfarrers eingingen.

Dazu gehörten seine Reisefreudigkeit, der Moselwein, den Ehses gerne genießt ("Die kleinen Flaschen mag er am liebsten"), das Indianerkostüm, das der Pfarrer an Fastnacht schon mal überstreifte sowie die Mambokünste des Geistlichen, die von den Wintricher Herrgottspatzen beschrieben wurden.

Edmund Gietzen vom Pfarreienrat überreichte dem scheidenden Pastor ein besonderes Abschiedsgeschenk. In einem 100 Seiten starken Buch verabschiedeten sich Institutionen und Personen aus allen vier Pfarreien, die Ehses betreute, von ihrem Pfarrer.

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