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Glasfaserausbau: So ist die Lage im Landkreis Bernkastel-Wittlich

Kommunikation : Glasfaserausbau: So ist die Lage im Landkreis Bernkastel-Wittlich

Mit Förderprogrammen treibt der Bund den Ausbau des Breitband – und des Glasfasernetzes voran. Wie sieht es in den einzelnen Gemeinden derzeit mit dem Internet aus?

Bis zu 2,8 Millionen zusätzliche Glasfaseranschlüsse  verspricht das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Dafür werden zwölf Milliarden Euro aufgewendet. Seit April  können Kommunen oder Landkreise in ganz Deutschland erstmals eine Förderung vom Bund für den Glasfaserausbau in sogenannten „Grauen Flecken“, also Gebieten mit einer Internetversorgung von weniger als 100 Megabit pro Sekunde, beantragen, teilte das Ministerium jüngst mit. Damit werde die Förderung deutlich ausgeweitet. Bislang waren nur Gebiete mit einer Versorgung unter 30 Mbit/s förderfähig, wie es damals das nochlaufende Programm „Weiße Flecken“ vorsah.

Auch der Landkreis Bernkastel-Wittlich nimmt an diesem Programm teil. Das bestätigt Pressesprecher Manuel Follmann, der betont, dass aktuell Maßnahmen getroffen werden: „Ziel dieses Programms ist es, nahezu flächendeckend gigabitfähige Anschlüsse herzustellen. Insoweit wird diese Thematik künftig noch des Öfteren in den kommunalen Gremien behandelt werden.“ 

Aktuell verfügen  95 Prozent aller Haushalte im Kreis Bernkastel-Wittlich über einen Internetanschluss mit einer Downloadgeschwindigkeit von mehr als 30 Mbit/s. 90 Prozent haben   einen Anschluss mit  mehr 50 Mbit/s, doch nur 68 Prozent verfügen über  mehr als 100 Mbit/s, erklärt Sebastian Klein von der Stadt Wittlich. Mit einem Glasfaseranschluss, der bis ans Haus gelegt wird (FTTH: Fiber to the Home) sind hingegen  Datenraten von bis zu 1000 Mbit/s möglich.

Wie ist die Lage nun in den einzelnen Gemeinden? Der TV hat nachgefragt. Insgesamt zeichnet sich ab, dass Wittlich und die Gemeinden an der Moselschiene gut erschlossen sind. In den übrigen Gemeinden ist noch Nachholbedarf.

Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues: Nach dem Ausbau mit Breitband-Internet ist in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues ganz aktuell der Glasfaserausbau auf dem Vormarsch. In Maring-Noviand sind nur noch die Hausanschlüsse zu machen. Der in diesem Jahr bereits begonnene oder geplante Ausbau erfolgt in Zeltingen-Rachtig, Veldenz, Ürzig, Piesport, Neumagen-Dhron, Lieser, Burgen und Brauneberg.  In der Planung sind Bernkastel-Kues, Erden, Kesten, Lösnich, Mülheim, Wintrich und Minheim. Das teilt die Verbandsgemeindeverwaltung mit. Damit wird entlang der Mosel vielen Haushalten die Möglichkeit eröffnet, das Maximum der derzeit möglichen Kapazitäten zu nutzen: Gleichzeitig Internet-Filme schauen, telefonieren und  Home-Schooling machen dürfte dort kein Problem mehr sein.

Stadt Wittlich: Auch Wittlich ist vergleichsweise flott unterwegs. Die Stadt  ist seit 2015 am Programm „Weiße Flecken“ des Kreises Bernkastel-Wittlich beteiligt, um die Breitbandversorgung der Stadt Wittlich zu ertüchtigen. Hier wurde mit Fördermitteln von Bund, Land und Kreis ein Projekt angegangen, um die Versorgung in weißen Flecken (mehr als 30 Mbit/s) zu verbessern. Dieses Projekt wird  2021 enden, erklärt Sebastian Klein vom Wittlicher Rathaus. In der Stadt Wittlich verfügen  bereits 97 Prozent aller Haushalte über 100 Mbit/s, jedoch nur 74 Prozent über 1000 Mbit/s.  Klein versichert, dass in der  nächsten Sitzung des Stadtrates am 24. Juni über eine Beteiligung der Stadt Wittlich am nächsten Kreisprogramm „Graue Flecken“ entschieden werde, um den Gigabitausbau weiter voranzutreiben.

Verbandsgemeinde Wittlich-Land: Derzeit baut das Unternehmen Unsere Grüne Glasfaser aus  Ismaning (UGG) im Rahmen eines privatwirtschaftlichen Ausbaus ein flächendeckendes Glasfasernetz (FTTH – vom Verteiler bis ins Haus) in der Ortsgemeinde Platten.  Die Ortsgemeinden Klausen und Rivenich haben auch eine entsprechende Absichtserklärung mit der UGG abgeschlossen. Die Baumaßnahmen werden dort in wenigen Monaten beginnen, teilt Heike Bros von der Verbandsgemeindeverwaltung mit. Die UGG habe darüber hinaus Interesse bekundet, weitere Gemeinden privatwirtschaftlich auszubauen. Hier gebe  es aber noch grundsätzlichen Abstimmungsbedarf. Noch liegen keine unterzeichneten Absichtserklärungen oder Kooperationsvereinbarungen vor.

 Die Ortsgemeinde Osann-Monzel hat unlängst  mit der Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Die Deutsche Glasfaser plant die Ortsgemeinde flächendeckend mit Glasfaser (FTTH) zu versorgen.

 Im Rahmen des kreisweiten geförderten Breitbandausbaus (Weiße Flecken Programm) wurden in den vergangenen Monaten bereits verschiedene Gemeinden  oder Ortsteile mit Glasfaser ausgebaut: Bettenfeld, Eisenschmitt, Landscheid-Niederkail, Schwarzenborn. Die Arbeiten sind dort bereits weitestgehend abgeschlossen. 

Verbandsgemeinde Traben-Trarbach: Frank Thullen, Fachbereichsleiter in der Verbandgemeinde erklärt die Lage in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach: „Fest steht, dass in der Ortsgemeinde Bengel ein FTTH-Ausbau in der zweiten  Jahreshälfte starten wird. Der Ortsteil Springiersbach wurde bereits im Zuge des  Kreisprojektes mit FTTH-Anschlüssen versorgt. Die Ortsgemeinde Burg (Mosel) führt derzeit Gespräche über den Abschluss einer Vereinbarung zum Glasfaserausbau.“

In folgenden Gemeinden  wird  noch vor der Sommerpause  über Glasfaseranschlüsse beraten:  Kinheim,  Kröv,  Traben-Trarbach, Enkirch und  Reil. Im Zuge des Kreisprojektes sind  rund  300 Glasfaserhausanschlüsse hergestellt worden, unter anderem  in den Ortsteilen Bonsbeuern und Krinkhof der Ortsgemeinde Hontheim; in Kröv-Kövenig und im Stadtteil Kautenbach. In Trarbach stehen für etwa 270 Haushalte Glasfaserhausanschlüsse zur Verfügung. Thullen: „ Wir nutzen derzeit jede sich bietende Möglichkeit, also eigene Straßenbaumaßnahmen, um mit den Telekommunikationsunternehmen ins Gespräch zu kommen und einen Glasfaserausbau zu realisieren. Oftmals ist eine solche einzelne Ausbaumaßnahme das „Einfallstor“, welches eine Ausbaukulisse für die gesamte Ortslage eröffnet.“

Während auf der Moselschiene bereits ein Wettbewerb verschiedener Anbieter, Deutsche Glasfaser oder UGG herrsche, fehle dieser  Wettbewerb in den übrigen Gemeinden. Dort werde eine flächendeckende Glasfasererschließung wohl nur über ein weiteres Förderprojekt  zu realisieren sein.

Einheitsgemeinde Morbach: Auch in der Einheitsgemeinde Morbach gibt es erste Überlegungen, um Glasfaser direkt ins Haus legen zu lassen. Allerdings wird das noch Zeit benötigen. Nur einige Gewerbegebiete  und die Anschlüsse der Schulen sind gigabitfähig angeschlossen. Bürgermeister Andreas Hackethal erläutert: „Die Gemeinde Morbach hat sich von Anfang an an dem Projekt des Landkreises zum flächendeckenden Breitbandausbau beteiligt. Danach werden rund 85 Prozent  der Anschlüsse mit einer Leistung von über 50 Mbit versorgt. In der Gemeinde Morbach sind danach tatsächlich auch Bandbreiten zwischen 50 und 100 Mbit möglich.“  Ein  gigabitfähiger Flächenausbau sei zwar noch nicht vorhanden, werde jedoch angestrebt. Hackethal: „Dazu laufen aussichtsreiche Gespräche mit Unternehmen.“

 Verbandsgemeinde Thalfang: Die Verbandsgemeinde Thalfang beteiligt sich derzeit am Graue-Fleckenprogramm des Landkreis Bernkastel-Wittlich, bestätigt Digital-Manager Christian Neumann von der Verbandsgemeindeverwaltung. In der zweiten Stufe  werden dann alle anderen Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Thalfang mit der Glasfaserinfrastruktur versorgt. Die erste Stufe des Glasfaserausbau startet ab 2022 und die zweite Stufe ab 2023. Der Ausbau selbst  soll dann auf Grund der notwendigen Baumaßnahmen pro Ort pro Haus dann möglichst zeitnah nach Abschluss der Planungs- und Genehmigungsverfahren, in zirka zwei bis drei Jahren, zum Abschluss kommen. Die Kosten der Glasfaseranbindung werden dabei zu etwa 50 Prozent  vom Bund, zu zirka  40 Prozent  vom Land und mit einem Eigenanteil von zehn Prozent  von der auszubauenden Ortsgemeinde selbst getragen.