Glaube an Freispruch

Justiz

Zum Artikel "Da gingen die Alarmglocken an" (TV vom 15. März) und anderen Artikel zum Verfahren gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der VG Berbnkastel-Kues wegen Untreue schrieb uns diese Leserin:
Als Beobachterin des Straf- und vorherigen Arbeitsrechtsverfahrens komme ich nicht umhin, diese Ungerechtigkeit gegen diesen Mann und Familienvater aufzuzeigen, der im sechsten Jahr für sein Recht kämpft.
Im Rahmen der Beweisaufnahme wurden etliche Zeugen befragt,. Aussagen wie "Weiß ich nicht (mehr)", "Kann sein", "Ist durchaus denkbar", "Kann man nicht ausschließen" und so weiter waren dabei an der Tagesordnung. Dazu nach jedem Verhandlungstag die teilweise einseitigen Presseberichte.
Hat denn solch ein erfahrener Vorsitzender Richter mit einer an sich guten Verfahrensführung noch immer nicht den Klüngel durchschaut? Er und seine Kollegin haben sehr kritische Fragen gestellt und aus meiner Sicht keine plausiblen Antworten von den Zeugen erhalten.
Bei den Fragen des Staatsanwalts hatten ich und andere Beobachter den Eindruck, dass er noch immer nicht die Zusammenhänge richtig kennt, vor allem im Hinblick auf Kassensystematik und Abrechnungsvorgänge.
Die Frage nach fehlendem Geld - sofern es denn fehlt - konnte in fast sechs Jahre nicht geklärt und bewiesen werden. Diese Tatsache war auch in einem arbeitsrechtlichen Parallelverfahren gewürdigt worden. Die Klage der VG Bernkastel-Kues wurde in erster und zweiter Instanz abgewiesen. Wenn auch Arbeitsrecht und Strafverfahren getrennt zu verhandeln sind, müsste diese Tatsache, die den gleichen Hintergrund hat, bei normalem Rechtsempfinden doch mehr Berücksichtigung finden.
Aber nein. Immer und immer wieder erzählen die Zeugen die abgedroschenen, haltlosen und wiederholt vom Angeklagten widerlegten Behauptungen. Ich aber glaube immer noch an Gerechtigkeit und an einen Freispruch.
Sonja Griebler, Zeltingen-Rachtig