Glaube im Alltag

Bei einem Einkaufsgang entdeckte ich an einem ungewohnten Ort, fern vom Supermarkt, einen umgestürzten Einkaufswagen. Einsam, verlassen und wie weggeworfen lag er da, offenbar Opfer der Hexennacht.

Er erinnerte mich an Menschen, die beiseite geschoben und als hinderlich und störend empfunden werden, wie man sie leider immer öfter in Altenheimen, Krankenhäusern oder auch als Alleinstehende in ihren Wohnungen und Eigenheimen trifft. Jeder, der nicht mehr im Berufsleben steht oder arbeitslos ist, kennt wohl diese Phasen der inneren Leere und Sinnlosigkeit, selbst wenn prall gefüllte Einkaufswagen im Supermarkt äußerliche Fülle vorgaukeln. Aber wie diese Leere füllen? So wie der leere Wagen sich alleine nicht bewegen und beladen kann, ist er auf jemand von außen angewiesen, der ihn schieben und füllen muss. Dafür muss er aber nach oben geöffnet bleiben, nur so kann er voll beladen werden. Wir sollten kritisch prüfen, mit welch nutzlosen Dingen, die innere Zufriedenheit und wirkliche Lebensfreude verhindern, wir unseren Lebenswagen beladen haben. Und wer schiebt uns eigentlich? Der Wunsch nach Anerkennung, die geschickten Werbeeinflüsterungen, die Wettbewerbssituation? Die biblischen Geschichten erzählen uns oft von Menschen, die krank, verlassen und arm sind und sich in ihrer Not an Jesus wenden, vor allem auch, um ihre Isolation zu überwinden. So wie sie sollten wir ihm unsere Leere hinhalten und wie die biblischen Bittsteller darauf hoffen, dass er unseren Wagen füllt. Dann wird aus dem Einkaufswagen ein Geschenkekorb und so können wir ein Segen für andere werden. Übrigens: In meinem befinden sich zuunterst sechs gesunde Enkelkinder. Paul Plehacz ist Lehrer im Ruhestand.