Glaube im Alltag

Der Advent steht vor der Tür. Mit diesem Sonntag beginnt - wieder einmal - die Zeit der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest.

Manche mögen ihn herbeigesehnt haben - nach den tristen Tagen des November endlich eine Zeit, die mit ihrer Ruhe und vor allem dem Kerzenschein und dem Tannenduft im Haus von der Dunkelheit der Jahreszeit ablenkt. Seit einiger Zeit fällt mir auf, dass der Advent allerdings gar nicht mehr die Zeit der Vorbereitung auf Weihnachten ist. Vielmehr gleicht sie dem Auftakt des Weihnachtsfestes, das dann am Heiligen Abend seinen Höhepunkt findet und alsbald am zweiten Weihnachtsfeiertag endet. Oft sind Straßen, Märkte und auch Häuser schon jetzt weihnachtlich geschmückt, um dann aber auch alsbald nach dem Weihnachtsfest wieder ihren Schmuck zu verlieren. Zum Advent gehört das Warten - und das Sich-Fragen, auf wen oder was ich eigentlich warte. Warten ist nicht einfach. Aber die Frage, auf wen oder was ich warte, gehört unbedingt zum Weihnachtsfest dazu. Wie die Kinder sich auf die Geschenke am Heiligen Abend freuen und sie kaum erwarten können, so müssen sich auch Erwachsene fragen, ob und was sie erwarten. Nur mit einer Sehnsucht im Herzen kann es Weihnachten werden. Ich wünsche Ihnen einen Advent, der für Sie auch Zeit lässt, sich diese Frage zu stellen, was Sie erwarten, - und auch das Warten auszuhalten und langsam auf das Fest zuzugehen. Markus Eiden ist Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Mittlere Mosel.