GLAUBE IM ALLTAG

Morgen ist Barmherzigkeitssonntag. Papst Johannes Paul II.

hat im Jahr 2000 den zweiten Sonntag der Osterzeit zum Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit bestimmt. Im Psalm 146,11 heißt es: "Der Herr hat Wohlgefallen an denen, welche auf seine Barmherzigkeit hoffen". Was ist die göttliche Barmherzigkeit? Die Liebe Gottes für die Geschöpfe, und im Besonderen für uns Menschen ist Barmherzigkeit. "Gott ist die Liebe" Ep. Joh. 4,8). Die Theologen unterscheiden fünf relative und äußere Haupteigenschaften Gottes: Güte, Großmut, Vorsehung, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit. Die göttliche Barmherzigkeit ist nicht die gleiche wie die menschliche. Sie ist nicht identisch mit der Tugend der Barmherzigkeit, die wachsen und auch schwinden kann. Barmherzigkeit Gottes ist die grenzenlose, unwandelbare und namentlich zu uns Menschen, mit denen er Mitleid hat und unsere unzähligen Verfehlungen wieder gut macht. "Alle Wege des Herrn sind Barmherzigkeit und Treue" (Ps. 24,10). Die Barmherzigkeit Gottes lässt uns hoffen, dass Gott uns immer wieder einen Neuanfang schenken will. Dazu eine kurze, anrührende Geschichte: Ein Christ klagte einem Glaubensbruder seine Unzulänglichkeiten. Er komme sich vor wie ein durchlöcherter Eimer, aus dem die Gnade Gottes immer herausfließe. Nein, entgegnete ihm der Mitbruder, du musst dir vorkommen wie ein durchlöcherter Eimer, der in das Meer der Liebe und Barmherzigkeit Gottes eingetaucht ist. Erich Mertes ist Mitglied im Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde St. Bernhard Wittlich.

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