Glaube im ALLTag

Christentum hat, meine ich, nichts mit Bravsein zu tun, auch nicht unbedingt mit Kerzengeruch und Weihrauchduft. Das Salz der Erde, von dem Jesus spricht, meint nicht die Zutat zum Frühstücksei, eher denkt er an die Armen und Kleinen, an die Zwölfjährigen, die in einer Wäschefabrik in Bangladesch zwölf Stunden täglich für einen Hungerlohn und weniger für einen europäischen Konzern schuften müssen, und an die Kinder, die sich in asiatischen Ferienparadiesen Abend für Abend von Europäern missbrauchen lassen müssen, um ihre Familien mitzuernähren und mit keiner Chance, einmal eine Schule zu besuchen.

Salz der Erde sind auch die, die um Jesu willen verleumdet und verfolgt und umgebracht werden, an die 100 000 sterben jährlich in verschiedenen Ländern der Welt wegen ihres Zeugnisses für Jesus Christus. Diese Armen sind das Salz der Erde. Sie besitzen nur eine Waffe, der sie trauen können und die ihnen bei allem Bedrängtsein Geduld und Mut gibt: nämlich Gott selbst. Spannend ist, wo wir vorkommen. Uns verfolgt keiner, es sei denn, viel Leid sei uns auf den Fersen: eine unheilbare Krankheit, ein endloser Berufsalltag, das Auseinanderleben einer Beziehung, das Ratlossein wegen ungesicherter Zukunft, das Gefühl des Überflüssigseins ... Aber Jesus nennt uns auch das Licht der Welt. Letztlich haben wir keinen Grund, Trübsal zu blasen, leuchten, aufleuchten, ermutigen, munter machen. Fangen wir heute an! Übrigens sagt Papst Franziskus: "Doch bevor ihr Gott um Hilfe bittet: Krempelt eure eigenen Ärmel hoch und macht die Welt besser!" Pater Stephan Senge, Abtei Himmerod