Glaube im Alltag

Weihnachten - lange vor der Adventszeit von den Kindern sehnsüchtig erwartet, die Kaufhäuser vollgepackt mit Nikoläusen und Weihnachtsgebäck. Das Internet präsentiert das ganze Jahr über vielfältige Geschenke und Weihnachtsdekoration.

Kerzenschein, Lichterketten und Christbäume leuchten in vollem Glanz. Bei diesem üppigen Weihnachtskommerz ist der Blick auf das Wesentliche, auf Christi Geburt völlig verstellt. Hier passt sehr gut der Spruch von Antoine de Exupéry: "Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." Doch, warum feiern wir dieses Fest, wenn das Wichtigste der Weihnacht, dass Jesus Christus einer von uns werden will, immer mehr an Bedeutung verliert? Hoffentlich haben wir ein wenig Platz in unserem Herzen, für IHN, ER, der uns Frieden und Gerechtigkeit verspricht? Weihnachten - schnell wieder vergessen. Nach dem zweiten Weihnachtstag beginnt für viele die große Aufräum- und Umtauschaktion. Es muss Platz geschaffen werden für neue Events, die in den nächsten Wochen folgen. Der Andrang beim Kauf von Feuerwerkskörpern für Silvester und Neujahr ist groß. Am Fest der Heiligen Dreikönige ziehen nicht nur die Kinder als Sternsinger und Sternsingerinnen von Haus zu Haus, um den Segen Gottes für das neue Jahr an die Türen zu schreiben, auch Prinz und Prinzessin erobern die Kappensitzungen mit ihrer Büttenrede und das Fest Taufe des Herrn beendet die offizielle Weihnachtszeit der Christen. Weihnachten - längst vorbei! Die Dichterin Nelly Sachs schreibt in einem Gedicht: "Alles beginnt mit der Sehnsucht". Ich wünsche uns allen, dass die Sehnsucht nach dem neugeborenen Kind in der Krippe in unserem Herzen lebendig bleibt, verbunden mit dem Wunsch, dass ein bisschen von dem Glanz der Heiligen Nacht in unsere Welt hinein dauerhaft scheint. Gesegnetes Neues Jahr 2016! Monika Hartmann ist Pastoralreferentin im Verbundkrankenhaus Bernkastel/Wittlich