Glaube im Alltag

Christi Himmelfahrt also. Viele benutzen den Namen heute nicht mehr.

Da ist das dann "nur" Vatertag. Und der Name ist ja auch schwierig: Was soll das denn sein, "Himmelfahrt"? Erinnert irgendwie an Peterchens Mondfahrt. Wohin ist Christus denn verschwunden? Ins Weltall? Das glaubt doch heute kein Mensch mehr. Weiter kommen wir vielleicht mit den Gefühlen, mit denen die Worte "Himmel" und "oben" besetzt sind: durchweg positiv. Wenn Christus in den Himmel erhoben wurde, dann ist das positiver als wenn er in der Erde versunken wäre. Gott ist erhaben, und wenn wir zu ihm kommen, dann kleben wir eben nicht am Boden. Wenn ich oben bin, dann bekomme ich auch einen Überblick. Dann kann ich alles überschauen. Christi Himmelfahrt ist für mich deshalb so wichtig, weil es vom Namen her auch auf das verweist, was jeder Feiertag sein will: Ein Ort, der herausgehoben ist aus dem Alltag, von dem aus ich auch auf mein Leben schauen kann, um nicht die Orientierung in den Niederungen des Alltags zu verlieren. Es wäre schade, wenn Christi Himmelfahrt nur noch als Vatertag bekannt wäre, und wenn die Menschen nicht mehr ihren Blick über ihr Leben erheben würden, wenn sie den Blick nicht mehr nach oben lenken würden, um zu ahnen, dass es mehr geben muss als all die vielen kleinen Dinge, die unser Leben so geschäftig machen und die es leider Gottes oft bis zum Rand anfüllen. Markus Eiden, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Mittlere Mosel