GlAube im ALLtag

Ein König sollte einmal folgendes Urteil unterschreiben: "Gnade unmöglich, im Gefängnis lassen!" Ihm kam das Urteil zu hart vor, weil er an die Zukunft des Mannes und seiner Familie dachte. Er änderte das Urteil um: "Gnade, unmöglich im Gefängnis lassen!" Er machte nur eine Kommaverschiebung.

So lautete das Urteil auf Freispruch! Was für ein großzügiger König, was für eine wohltuende Kommaverschiebung! Zwei Gedanken kommen mir zu dieser Geschichte in den Sinn: Erstens: Wie wohltuend wären auch in unserem Alltag solche Kommaverschiebungen und Akzentverschiebungen: Wie schön wäre es, wenn wir dabei mithelfen könnten, dass hier und dort "Ellenbogenverhalten", Rücksichtslosigkeit, Egoismus und Gnadenlosigkeit weggeschoben würden und der Akzent plötzlich auf Mitmenschlichkeit, Freude, Verständnis, Rücksichtnahme, Aufmerksamkeit und Vergebung liegen würde! Das würde unserer Gesellschaft und unserem Zusammenleben richtig gut tun! Dazu wünsche ich uns gute und kreative Gedanken! Zweitens: Für mich ist Gott der Kommaverschieber schlechthin! Der an Palmsonntag beim Einzug in Jerusalem von vielen Menschen bejubelte Jesus wird Tage später ausgeliefert, verspottet, gefoltert und zum Tode verurteilt. Er wird den Schmerzen und der Schmach des Kreuzes ausgesetzt. Diese negative Akzentverschiebung ist menschengemacht. Doch die darauf folgende Kommaverschiebung möchte ich allerdings göttlich nennen. Die Kommaverschiebung bezüglich Jesus würde ich so formulieren: Aus "Leben unmöglich! - im Grab lassen!" wird: "Leben! - unmöglich im Grab lassen!" Diese Kommaverschiebung schenkt uns allen Hoffnung auf ein unzerstörbares, ewiges Leben. Eine segensreiche und auch nachdenkliche Karwoche wünscht Bruno Comes, Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft Wittlich

Mehr von Volksfreund