Glaube im Alltag

"Das hat Spaß gemacht! Es war das erste Mal, dass wir nicht gesagt bekommen haben, was wir tun sollen, sondern gefragt wurden, was tun wollen!" Dieser bemerkenswerte Satz am Ende der dritten Bürgerversammlung im Moselort Neef wurde von einem Ehrenamtlichen geäußert, der in einem der zahlreichen gelungenen Einzelprojekte der Initiative "L(i)ebenswertes Neef" mitarbeitet. In Neef - wie in vielen anderen Gemeinden an der Mosel, im Hunsrück und in der Eifel - hatten die Pfarrgemeinde, die Ortsgemeinde und der Caritasverband in einem gemeinsamen Schulterschluss die Bevölkerung eingeladen, mit zu überlegen, wie das gelingende Miteinander und Füreinander jetzt und in Zukunft vor Ort gestaltet werden kann.

Unter dem Motto "Alle tun das, was sie gut können und gerne tun, und sie alle bestimmen selbst, wieviel Zeit sie schenken wollen" wurden in kurzer Zeit die unterschiedlichsten ehrenamtlichen Angebote geschaffen. Ob Einkaufs- oder Fahrdienste für ältere Menschen, Kaffee- und Begegnungstreffs, Bastelworkshops für Kinder, Krabbelgruppen, eine Mitfahrbank oder Spieletreffs, Besuchsdienste bei kranken und älteren Menschen, kleine Alltagshilfen, Neuzugezogenen-Besuchsdienste, Hilfen bei Behördengängen - die kleinen Projekte bieten Hilfe an oder ermöglichen Begegnung. Sie werden da angesetzt, wo Talente, Fähigkeiten und Hobbys der Ehrenamtlichen auf den Bedarf vor Ort treffen. Die Ehrenamtlichen gestalten dabei das Entstehende von der Idee bis zur Öffentlichkeitsarbeit selbst - unterstützt und begleitet von Pfarrei, Gemeinde und Caritas. Keine kostspieligen Beratungen von außen, keine Berge von wissenschaftlich erarbeiteten Dokumentationen haben hier das Gemeindeleben vorangebracht - es waren und sind die vielen wahren Experten vor Ort: Die Menschen wie Du und ich, die "Not sehen und handeln" und ein traditionsreiches Caritas-Motto mit Leben füllen. Es kann vieles, was undenkbar schien, gelingen. Und so sehe ich auch der Umsetzung der Synode mit Spannung und Hoffnung zugleich entgegen. Wenn man den Menschen vor Ort aufmerksam Gehör schenkt, Gestaltungsfreiheit einräumt und sie in ihrem Tun unterstützt und wertschätzt, sind wir auf dem richtigen Weg ... Rainer Martini, Caritasverband Mosel-Eifel-Hunsrück

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