GLAUBE IM ALLTAG

Als der amerikanische Komiker Woody Allen einmal gefragt wurde, ob er an die Auferstehung der Toten glaube, soll er gesagt haben: Nein, aber ich bin für Überraschungen offen. Damit hat er, auf recht humorvolle Weisen den Kern dessen getroffen, was Auferstehung ausmacht: Sie kommt in jedem Fall überraschend.

Wer tot ist, rechnet nicht mehr, schon gar nicht mit einer Auferstehung, und viele Hinterbliebene glauben auch nicht wirklich, dass einer wiederkehrt aus dem Reich der Toten. Nun ist aber Auferstehung ja nicht nur ein Thema, wenn es um die Frage geht: Was geschieht nach dem Tod, sondern Auferstehung geschieht heute, tagtäglich im Hier und Jetzt. Wir als Christen sind Menschen, die aus und von der Auferstehung leben. Und das Neue Testament heißt auch deshalb Evangelium, also gute Nachricht, weil die erste überraschende Botschaft der Christen war: Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden! Die Nachricht, dass der Tod nicht das letzte Wort hat und dass die Liebe stärker ist als der Tod, das war die frohe, die überraschende und durchschlagende Botschaft der ersten Christen. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt, damit ihr Hoffnung habt, lesen wir im ersten Kapitel des Petrusbriefes im 21. Vers. Damit ihr Hoffnung habt! Wie sehr brauchen die Eltern und Angehörigen der Kinder und Erwachsenen in Belgien diese Zusage, deren Angehörige bei dem Busunglück ums Leben kamen. Wie sehr brauchen die Hinterbliebenen der getöteten Kinder in Toulouse Hoffnung. Gott hat Jesus von den Toten auferweckt, damit ihr Hoffnung habt. Das ist die Kraft, die der christliche Glaube in diese Welt ausstrahlt, dass wir trotz aller Widrigkeiten, trotz aller Trägheit und Lethargie, trotz aller Trauer und Schicksalsschläge immer wieder die Erfahrung machen, dass der auferstandene Christus uns herausfordert aufzustehen und uns dabei auch Mut macht und begleitet. Das gilt für die Ökumene, das gilt für jeden Arbeitsbereich von Kirche und Gemeinde, und das gilt für jede und jeden Einzelnen, der oder die sich auf den Weg macht, mitten in dieser Welt Jesus hinterherzugehen. Susanne Triebler ist Pfarrerin in Wittlich.

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