Glaube im Alltag

"Mahlzeit" rufen sich die Fabrikarbeiter und Handwerker zu, wenn sie sich zur Mittagspause begeben. In meiner Heimatgemeinde Minheim rufen und riefen täglich um 11.30 Uhr die Glocken der Pfarrkirche zur gemeinsamen Mahlzeit die gewöhnlich um 12 Uhr stattfand.

In den Weinbergen trug man in früheren Zeiten noch keine teure Armbanduhr bei der Weinbergsarbeit und so war man dankbar für das weithin hörbare Signal zum Mittagessen. In einem Film über Patchworkfamilien in Deutschland sah ich einen großen Zettel mit fünf Familienregeln. Eine davon: Einmal am Tag miteinander essen. Vor einem halben Jahr konnte man in der Studie einer der größten Krankenkassen in Deutschland lesen. Regelmäßige, gemeinsame Mahlzeiten sind wichtiger Bestandteil des Familienlebens. Die große Mehrheit der befragten Familien sagt weiterhin: man erlebt bei den gemeinsamen Mahlzeiten eine besonders schöne Zeit miteinander. Auch in den Geschichten der Bibel spielen gemeinsame Mahlzeiten eine wichtige Rolle. Sowohl das Alltagsleben Jesu mit seinen Jüngern als auch gerade sein letztes Mahl können uns eine Hilfe sein, die tiefe Bedeutung dieses so alltäglichen Vorganges zu sehen. Wenn in unseren Familien- und Tischgemeinschaften dann noch das Tischgebet gesprochen wird, unterstreicht das die Bedeutung des gemeinsamen Mahls. "Gesegnete Mahlzeit!" Günter Zisch, Diakon in der Pfarreiengemeinschaft Wittlich