Glaube im Alltag

Dörfer und Städte werden wieder ein bisschen bunter,trotz der zunehmend nebligen, grauen Tage. Die Eltern haben wieder die Mützen für ihre Kinder aus den Schränken geholt.

In bunte, warme, weiche Mützen gepackt, unterwegs zum Kindergarten, zur Schule, zum Spielen ziehen die Kinder durch die Straßen. Ich mag dieses Bild sehr. Es wärmt mich. Es weckt glückliche Erinnerungen, wärmt mein Herz, stärkt ein tiefes Vertrauen in mir. Sofort ist dieses Glücksgefühl da, als ich unseren Kindern früher die Mützen aufsetzen durfte, sie so an kühlen Tagen mollig warm wusste. Etwas von diesem Gefühl ist geblieben. Kinder mit ihren Mützen wärmen noch immer mein Herz. Jemand, der sie liebt, der sie gewärmt ihre Wege ziehen lassen möchte, muss sie ihnen aufgesetzt haben.Ein Kind unter einer warmen Mütze ist für mich ein Bild der Wärme zwischen Menschen, der Fürsorge, , der zärtlichen Liebe. Darin ist Gott mir plötzlich ganz nah. Wo Menschen liebevoll zärtlich füreinander da sind, verschwimmt die Grenze zu Gott, wird durchlässig, und Gott ist mitten in unserem Leben. Ich muss ein bisschen lächeln bei dieser Vorstellung, doch ich mag sie: Gott, der uns liebevoll zärtlich in seinen Segen hüllt, wie in eine Mütze, damit auch wir an kühlen Tagen wohligwarm unsere Wege gehen können. Jörg-Walter Henrich ist evangelischer Pfarrer in Traben-Trarbach.