Glaube im Alltag

In unserer Welt hat die Angst viele Gesichter, sie bestimmt unser Leben mit. Denken wir an Krankheiten wie Krebs oder Aids, an die zunehmende Brutalisierung und Radikalisierung bestimmter Gesellschaftsgruppen, an die Verelendung in der Dritten Welt, die Opfer von Naturkatastrophen, die Zerbrechlichkeit tradierter Sozialgefüge.

Wir sind es dabei gewohnt, unsere Ängste voreinander zu verbergen, indem wir uns selber zusprechen: "Reiß dich zusammen" oder "Augen zu und durch". Darin sind wir wahre Meister, im Verdrängen, im Überspielen oder im Betäuben. Denn der eigenen Angst ins Auge zu sehen, das erfordert Mut! Es kann so weit kommen, dass Menschen geradezu von ihrer Angst gelähmt werden und nicht mehr in der Lage sind, am Leben teilzuhaben. Aber Angst kann auch überwunden werden durch die befreiende Tätigkeit des Schreiens, des Hilferufes, durch die heilsame Wirkung eines Bittgebets. Beim Beten geht es um die Beziehung zwischen Gott und uns. So können wir das Gebet als Gespräch gegen unsere Angst entdecken, mit Worten wie: "Gott, ich habe Angst um mich. Ich will nicht mein Gesicht verlieren, mich nicht zum Narren machen lassen oder fremd bestimmen. Ich möchte auch gegen den Strom schwimmen, aus der Reihe tanzen und für das einstehen, was ich für richtig halte. Gott erhöre meine Bitten und stärke mich in meinem Tun." Im Gebet können wir uns der Nähe unseres liebenden Gottes vergewissern, und wir können uns den Anforderungen der Welt stellen, weil wir etwas von dem Segen wissen, der über unserem Leben liegt. Wir können dabei zu allen Zeiten auf Gottes Wort vertrauen: "Sei getrost - fürchte dich nicht, ich bin bei dir in allem, was du tust." Uschi Fusenig ist Prädikantin in Kleinich-Oberkleinich.