GLAUBE IM ALLTAG

Bad news are good news; diese Maxime der Presse- und Nachrichtenverantwortlichen, also dass schlechte Nachrichten und Katastrophenmeldungen sich besser verkaufen als gute, scheint gerade in diesen Zeiten Hochkonjunktur zu haben. Ständig neue Schreckensmeldungen und Bilder von allen wirklichen oder scheinbaren Krisenherden der Welt berieseln uns von morgens bis tief in die Nacht.

So wird uns ständig suggeriert, dass wir in einer Welt der ständigen Bedrohung leben und nur, wenn wir ständig auf der Hut sind, um unser Vermögen und unsere Ansprüche zu verteidigen, können wir noch überleben. Die anderen, die Griechen, die Muslime und neuerdings Politiker und Banker werden zum Feindbild, vor denen man sich in Acht nehmen muss. Ist das nicht eine Verzerrung der Wirklichkeit und des Menschenbildes? Gibt es nicht auch Beispiele für friedliches und respektvolles Miteinander? Wo begegnen uns noch Meldungen oder Erfahrungen von gelingendem Zusammenleben oder von gegenseitigem Vertrauen abseits von der "heilen" Schlager- und Schnulzenwelt? Wir Christen müssten eigentlich Vorkämpfer einer neuen (alten) Nachrichtenkultur sein; denn Evangelium heißt doch: frohe (gute) Botschaft. Müssten wir da im Sinne Jesu nicht "erlöster" aussehen und Verbreiter guter Nachrichten sein, vor allem durch vorbildliches Handeln? Wie dies in der Realität aussehen kann, zeigt die folgende Geschichte von einem ehemals berühmten argentinischen Golfprofi. Dieser wird nach einem für ihn erfolgreichen Turnier auf dem Parkplatz von einer ärmlich gekleideten jungen Frau angesprochen. Sie berichtet ihm von ihrer Armut und den schlechten Lebensbedingungen. Vor allem klagt sie, dass sie ein schwerkrankes Kind zu Hause hat, das dringend operiert werden müsse, um überleben zu können. Daraufhin zieht der Meistergolfer seinen Sieger-Scheck hervor und übergibt ihn der jungen Frau, die eilig davonläuft. Eine Woche später sucht ein Freund den freigebigen Spender auf und überbringt ihm die "schlechte" Nachricht, dass die Polizei die junge Frau wegen Betrugs festgenommen hat, das Geld aber spurlos verschwunden sei. "Soll das heißen, es gibt auch kein Baby, das im Sterben liegt?", fragt der Profi. Als der Freund dies bejaht, sagt er: "Dies ist die beste Nachricht, die ich seit langem gehört habe." Paul Plehacz, Lehrer im Ruhestand

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