Glaube im Alltag

Das Abschlussdokument der Synode im Bistum Trier trägt den Titel "heraus gerufen - Schritte in die Zukunft wagen". Unabhängig davon, ob Sie von den Veränderungen in Folge der Synode unmittelbar, nur am Rande oder auch gar nicht berührt sind und ob sie diese mit Zuversicht, Sorge oder eher distanziert begleiten, ist der Titel durchaus ein kraftvoller Impuls - gerade in diesen adventlichen Tagen.

Heraus gerufen - dieser Impuls setzt beim Hier und Jetzt an, der Ist-Stand meines Lebens ist im Blick. Ich bin gefordert, den kostbaren Momenten besondere Aufmerksamkeit zu schenken, ebenso auch den eigenen Begrenzungen und Eineng-ungen. Die Dynamik des "Heraus" blickt in Richtung Zukunft - so gibt es eine Hoffnung, die über den aktuellen Rahmen hinausweist. Heraus gerufen - es klingt an, dass es einen Ruf gibt. Dieser Ruf ist weder laut und dominant, noch bedrohlich oder übergriffig. Es ist ein Ruf, der sich selbst durch die äußeren und inneren Begrenzungen meines Denkens und Handelns nicht einschränken lässt. Ich kann diese Einladung wahrnehmen, ich kann sie hören unter den vielen Stimmen dieser Zeit. Es ist der Ruf in eine größere Freiheit, in eine tiefere Liebe und in die Weite. Dieser Ruf erinnert mich an eine Sehnsucht, die ich längst in mir trage. Heraus gerufen - auch der, der ruft, ist mit im Blick. Die Lesungen in den Gottesdiensten dieser Tage und so manche Texte von vertrauten Advents- oder Weihnachtsliedern erinnern uns an den Gott, der ruft. Gott ist es, der uns entgegenkommt und nicht aufhört, nach uns Ausschau zu halten. Eine adventliche Haltung ist geprägt von Aufmerksamkeit - für mich selbst und für die Menschen in meiner nahen und fernen Umgebung. Diese Haltung rechnet aber mit Gott, sie ist offen und bereit, sich heraus rufen zu lassen. Dies wünsche ich uns als Kirche von Trier, aber ebenso jedem Christen und allen Menschen, die diese Sehnsucht mit uns teilen. Sandro Frank ist Pastoralreferent im Dekanat Wittlich