Glaube im Alltag
Am Beginn des dunklen Monats November, der sehr stark vom Totengedenken geprägt ist, feiert die Kirche das Hochfest Allerheiligen. Sie gedenkt an diesem Tag aller Heiligen, auch der nicht kanonisierten.
Letztlich verehrt sie in ihnen Christus, dessen Gnade sich als machtvoll erwiesen und die Heiligen zur Vollendung geführt hat. Die Heiligen sind Zeugen für die Kraft Gottes und für den Sieg des Auferstandenen, der in seiner Kirche lebt und auch heute noch Menschen ergreift. So ist das Allerheiligenfest ein durch und durch österliches Fest. Die Heiligen, die "triumphierende Kirche", bilden zusammen mit uns Glaubenden, der pilgernden Kirche, die eine Kirche. Wir rufen die Heiligen als unsere Fürsprecherinnen und Fürsprecher an. Zugleich sind sie für uns Wegweiser auf das Ziel hin, das sie bereits erreicht haben, zu dem wir aber noch unterwegs sind. Die Heiligen sind wie ein Geläute. Jede Glocke hat ihren Klang, aber erst alle zusammen geben die ganze Tonfülle. Auf diese Musik der Ewigkeit muss man hören in einer Zeit, da die Menschen sich vom Evangelium immer offenkundiger abwenden. Es gibt Zeiten, in denen Reden und Schriften nicht mehr ausreichen, um notwendige Wahrheit gemeinverständlich zu machen. Dann müssen Taten und Leiden der Heiligen ein neues Alphabet schaffen, um das Geheimnis der Wahrheit neu zu enthüllen. Unsere Gegenwart ist eine solche Zeit. Auf die Fürsprache aller Heiligen segne, behüte und geleite uns in unseren Tagen der gütige Gott. Dr. Erich Mertes ist Mitglied des Verwaltungsrates St. Bernhard, Wittlich.