Glockenklare, engelsgleiche Stimmen

Großlittgen · Das konzertante Angebot in der Adventszeit ist gewaltig, und das Publikum hat die Qual der Wahl. Trotzdem sang die Mädchenkantorei des Rottenburger Doms in Himmerod vor einer voll besetzten Abteikirche.

 Ein adventliches Konzert gab die Mädchenkantorei des Rottenburger Doms in der Abteikirche Himmerod. TV-Foto: Gerhard W. Kluth

Ein adventliches Konzert gab die Mädchenkantorei des Rottenburger Doms in der Abteikirche Himmerod. TV-Foto: Gerhard W. Kluth

Großlittgen. "Gott, heilger Schöpfer aller Stern"- mit diesem Choral in seiner ursprünglichen gregorianischen Form "Conditor alme siderum" eröffnete die Mädchenkantorei des Rottenburger Domes unter Leitung von Domkapellmeister Frank Leenen ihr Benefizkonzert für die Abtei Himmerod. An die 300 Konzertbesucher ließen sich von den Stimmen der 30 jungen Sängerinnen gefangen nehmen, ließen sich in eine wundervolle musikalische Welt entführen. Glockenklare, fast mochte man sagen engelsgleiche Stimmen, die sich in der Kathedralakustik zum Gewölbe aufschwangen, zauberten eine ganz eigene Atmosphäre, der man sich nicht entziehen konnte. Dabei war es ganz gleich, ob der Chor ein- oder mehrstimmig sang. Es war ein seidenweicher Klang, den die Kantorei präsentierte, gepaart mit größter Präzision und einer Intonationsreinheit, die ihresgleichen sucht.
In einem zentralen Programmblock hatte Leenen das "Ave Maria" in den Fokus gestellt. Hier gab es Vertonungen aus verschiedensten Epochen, angefangen bei Johannes Brahms über Henri Carol und Francis Poulenc bis hin zum 1976 geborenen Matthew Martin. Aber auch Franz Liszt, der in erster Linie als Klavierkomponist bekannt ist, erwies Leenen die Ehre und beleuchtete mit drei Motetten eine weniger bekannte Seite des Meisters, der vor 200 Jahren geboren wurde. Am Ende des Programms standen nicht minder beeindruckende zeitgenössische Werke von Volker Gwinner, dem Trierer Heinz Heckmann, Enjott Schneider und Leenen selbst. Anspruchsvollste Musik auf einem Niveau dargeboten, wie man es selten erlebt.
Dem Chor zur Seite stand der Trierer Domkapellmeister Stephan Rommelspacher. Er erwies sich nicht nur als ein zuverlässiger Begleiter, sondern ergänzte den Nachmittag auch mit einigen Orgelwerken.
Mit Kompositionen von Max Reger, Flor Peeters oder Johann Ludwig Krebs bereicherte er auf sehr sensible Art das Konzert, das berechtigterweise mit minutenlangem Applaus zu Ende ging. gkl

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