1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Glockenstuhl der Horather Kirche wird für rund 50 000 Euro saniert.

Denkmal : Glocken sollen weiterhin läuten

Der Glockenstuhl der Horather Kirche wird für rund 50 000 Euro grundlegend saniert.

Die Kirchengemeinde weiß bereits seit einigen Jahren von den Problemen. Schon 2014 stellten Sachverständige massive Schäden am Glockenstuhl (Info) im Turm der Horather Kirche fest. Teile der Holzkonstruktion, an der die drei Glocken hängen, sind gerissen. Da auch tragende Balken betroffen und Verbindungsteile beschädigt sind oder sogar fehlen, muss nun gehandelt werden.

Läuten durften die Glocken schon seit 2014 nur noch bedingt. Für die beiden kleineren mit einem Gewicht von 240 beziehungsweise 170 Kilo war das nur noch höchstens eine Minute lang erlaubt. Denn sie belasten Holz und Mauerwerk stärker als die unter ihnen hängende 400 Kilo schwere große Glocke.

Bei der anstehenden Sanierung des Glockenstuhls werden aber nicht nur Teile ausgetauscht. Die gesamte Holzkonstruktion wird geändert. Wegen zu dicht am Mauerwerk angebrachter Balken, trägt der Turm enorme Lasten, wenn die Glocken läuten. Außerdem soll der Zugang zur „Glockenstube“, die auch gereinigt wird, ausgebaut werden.

Und nicht zuletzt wird in den Brandschutz investiert – und in neue Glockenklöppel. Alles in allem sind 44 500 Euro für die grundlegenden Arbeiten im Glockenstuhl kalkuliert. Das Bistum Trier trägt davon etwa 60 Prozent. Den Rest will die Kirchengemeinde aus eigenen Mitteln bezahlen.

Solange die Kosten nicht deutlich höher ausfielen, sei das zu stemmen, ist Heribert Alt vom Verwaltungsrat überzeugt. Infolge der Corona-Pandemie seien zwar wichtige Einnahmen wie die der seit März geschlossenen Brunnenstube weggebrochen. Doch Gemeindemitglieder sollen nicht erneut um Unterstützung gebeten werden. Schließlich hätten sie ja schon über Jahre hinweg für die 2015 geweihte Orgel aus gebrauchten Teilen großzügig gespendet. Der damals ähnlich hohe Betrag kam binnen vier Jahren zusammen. Auch deshalb ist es dem Verwaltungsrat wichtig, dass die Menschen im Dorf sehen, dass sich mit der Kirche selbst ebenfalls etwas tut. Laut Alt werden die Arbeiten demnächst ausgeschrieben. Hätte sich das Gremium gegen die Investition entschieden, wäre die einzige Alternative das „Einstellen des Geläuts“ gewesen. Dann wäre in Horath nur noch elektronisches Glockenläuten „vom Band“ zu hören gewesen, was in einigen anderen Dörfern bereits Realität ist.