Glücksorte an der Mosel: Der Prinzenkopfturm in Pünderich

TV-Serie : Ab in die Schleife!

TV-Serie „Glücksorte an der Mosel“ – Heute: der Prinzenkopfturm in Pünderich

Ihre Windungen haben die Mosel berühmt gemacht, alle Welt schwärmt von diesem kurvenreichen Spektakel. Wen allerdings schon der Anblick vom Tal aus überwältigt, der sollte erst mal auf den 27 Meter hohen Prinzenkopfturm klettern. Denn von der Plattform hat man den Bogen „Zeller Hamm“ im Visier – eine Spezialität in der Welt der Schleifen. Deren beide Enden liegen nämlich gerade mal 400 Meter voneinander entfernt, während der Fluss stolze 14 Kilometer braucht, um den Bergkamm zu umfließen.

Mosel, Mosel, in welche Himmelsrichtung das Auge auch schweift. Der Blick wandert rundum in die grenzenlose Weite. Auf die Ortschaften Pünderich, Bullay und Zell. Weiter über die Weinberge, den üppigen Kondelwald bis in den Hunsrück hinein. Im Norden tut sich der Bremmer Calmont auf, Europas steilster Weinberg, im Westen lugt der Bergfried der Burg Arras hervor. Großartiger könnte das 360-Grad-Panorama kaum sein. Man kann es gar nicht oft genug sagen. Das wussten natürlich auch die Baumeister des Prinzenkopfturms. Deshalb haben sie unterm Dach ein Münzfernglas und eine Webcam installiert, die diese Fernsicht sogar ins Internet überträgt.

Von diesem Aussichtspunkt hat zwar angeblich schon der preußische Kronprinz Friedrich-Wilhelm vor 200 Jahren geschwärmt, sagt die Legende. So kam der Bergkamm, der ursprünglich „Pferdskopf“ hieß, zu seinem feineren Namen „Prinzenkopf“. Dass dort heute ein stählerner Turm steht, ist allerdings der Großzügigkeit und dem Herzblut der Menschen der „turmanliegenden“ Gemeinden zu verdanken: Sie alle haben sich gemeinsam für die Finanzierung ins Zeug gelegt. Bei einem Benefizabend mit liebenswerten Beiträgen rund um den Turm wurde gesammelt, Handwerker investierten kostenlos ihre Arbeitskraft. Einheimische sowie Feriengäste kauften symbolisch die 130 Treppenstufen, die heute hinauf zur Plattform führen. Wer sie beschritten hat, ist dem Himmel ein Stückchen näher gekommen.

Vom Prinzenkopfturm schweift der Blick ins Moseltal. Foto: TV/Carmen Sadowski

Prinzenkopfturm, 56862 Pünderich (700 Meter von der Marienburg entfernt);
ÖPNV: Bus 333, Haltestelle Pünderich Ort, Überfahrt mit der Fähre ab Am Fährkopf.

Mehr von Volksfreund