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Glücksorte an der Mosel: Kulturweg Mesenicher Steinreichskäpp

TV-Serie : Wo die Steinreichen leben

Neue TV-Serie: Glücksorte an der Mosel. Heute wird der Kulturweg Mesenicher Steinreichskäpp vorgestellt.

Heimat kann man hören – besonders wenn ein waschechter Moselaner loslegt und in seiner „Moddersproch“ spricht. Wat kann et Schieneres gewe als en Musselaner ze sein? Hochdeutsch: Was kann es Schöneres geben als ein Moselaner zu sein? Viele Moselfranken lieben ihren Dialekt, vermittelt er doch das Gefühl von Zugehörigkeit. Nahezu jede Ortschaft schwätzt ihr eigenes Platt. Als wäre die Mundart für Außenstehende nicht schon Herausforderung genug, bekommen die Bewohner der Dörfer von den Nachbargemeinden oft noch einen rätselhaften Spottnamen verpasst.

Die Mesenicher werden beispielsweise seit jeher als „Steinreichskäpp“ bezeichnet. Nicht, weil es in dem Dörfchen eine außerordentlich hohe Millionärsdichte gäbe. Damit gemeint sind wirklich Steine. Denn die Mesenicher haben sie früher in ihren Weingärten aufgelesen und zu beachtlich großen Haufen, sogenannten „Steinräuschen“, zusammengetragen. Da es weit und breit keine andere so steinreiche Gemeinde gab, hatten sie den Spottnamen weg.

Das moselfränkische „Käpp“ bedeutet Köpfe – und tatsächlich wurden in den vergangenen Jahren eine Reihe von Mesenicher Bürgern und Bürgerinnen von dem Künstler Turgut Gül „in Stein gemeißelt“ und am Kulturweg Mesenicher Steinreichskäpp in die Weinberge gesetzt. Dort sieht man nun die Häupter von Schlichda-Hugo alias Hugo Arens, dem Initiator des Projekts, ebenso Winzer, Ehepaare oder den letzten Pfarrer der Gemeinde.

Ein besonderer Blickfang ist der circa zweieinhalb Meter hohe Steinreichskopp, der über die Mosel guckt. Ein festes Drahtgestell, mit in der Sonne glitzernden Steinen gefüllt.

Unterwegs kann man auf Infotafeln auch allerhand über die Landschaft, das Dorf und seine Menschen lesen. Wer möchte, wiegt sein Gewicht mit Steinen auf oder misst seine Kräfte im Steineheben. Auch ein Glücksrad steht dort. Wenn man es dreht, verrät es eine Lebensweisheit, die man sich mitnehmen kann. Ach was, mitholen, natürlich. Denn auf Moselfränkisch „nimmt“ man nicht, man „holt“.

Tipp: Im benachbarten Senheim haben Künstler eine weitere Open-Air-Ausstellung von Skulpturen angelegt, www.senheim.de/kunst.

Cover Glücksorte an der Mosel Foto: TV/Droste Verlag

Kulturweg Mesenicher Steinreichskäpp, 56820 Mesenich, www.mesenich.de; ÖPNV: Bus 716, Haltestelle Mesenich Am Bühl