Goldtröpfchen im Glas, kein Blatt vorm Mund

Goldtröpfchen im Glas, kein Blatt vorm Mund

Zum fünften Mal haben Ortsgemeinde, der Freundeskreis moselfränkischer Mundart Piesport und ein Winzer eine Mundart-Weinprobe veranstaltet. Das abwechslungsreiche Konzept mit Musik, Wein und Sprache kommt an. An zwei Abenden war das Bürgerhaus restlos ausverkauft.

Piesport. "Bei uns daheim ist das genauso", so sollen die Besucher des Mundartabends es empfinden, wenn der Freundeskreis moselfränkische Mundart seine Sketche vorträgt. Die "Sponties" singen auf Wintricher Platt, und es gibt Piesporter Weine zu trinken. "Dieses Konzept gibt es so nicht noch einmal", erklärt Karl Knopf von der Mundartgruppe. Die einzelnen Zutaten für den Abend hat sich der TV einmal genauer angesehen.
Die Mundart: War in den 70er und 80er Jahren verpönt, macht aber für viele Menschen den Zusammenhalt in einer Region, wenn nicht sogar im Dorf aus. Für die Gruppe aus Piesport gehört das Mundart sprechen zum Brauchtum und ist ein Ausdruck der Vielfalt der Sprache.
Die Musik: In der Besetzung Bass, Gitarre und Schifferklavier spielt die Gruppe "Die Sponties" aus Wintrich, seit es die Mundartweinprobe in Piesport gibt. Sie singen in Wintricher Platt, das dem Piesporter sehr ähnlich ist. Ihre Lieder heißen unter anderem: Hier an der Mosel ist es schön, Winter-Mosel-Blues oder Majusebätta. Das Publikum nimmt die Musik gut an und singt schon nach kurzer Zeit mit.
Der Wein: Er kam in diesem Jahr aus dem Weingut Reuscher-Haart. Acht Weine hat Mario Schwang aus Alt-Piesport zusammengestellt, darunter einen Regent Rose und sieben Rieslinge in verschiedenen Qualitätsstufen, bis hin zur Auslese aus der Lage Piesporter Goldtröpfchen. Er kommentiert die Weine kurz, humorvoll und natürlich auf Piesporter Platt.
Die Akteure: Sie zeigen fünf Sketche, die sie selbst geschrieben haben. Die sieben Darsteller spielen mit viel Temperament und Glaubwürdigkeit, die sie als genaue Beobachter der Moselaner ausweist. Die Stücke stammen aus dem Alltagsleben, seien es die Kleider, von denen es zu wenige gibt, oder der sonntägliche Gottesdienst. Höhepunkt ist der Weihnachtssketch, bei dem es um den Weihnachtsbaum geht, der zu teuer und zu klein ist und zu wenig Äste hat.
Das Publikum: Es kommt vor allem aus Piesport. Einige sind aber auch aus umliegenden Orten, beispielsweise aus Trittenheim, Neumagen-Dhron oder Wintrich, zu Gast. Ortsbürgermeister Stefan Schmitt und Weinprinzessin Kristina Freiberger sind ebenfalls dabei. Der Termin für die Mundartweinprobe wird in den November gelegt, weil die Ernte vorüber ist und die Winzer auch wieder Freizeit haben.