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Gonzerather kämpfen weiter für einen Geldautomaten

Gonzerather kämpfen weiter für einen Geldautomaten

Mit 200 Unterschriften haben die Menschen in Gonzerath deutlich gemacht, dass sie einen Geldautomaten im Dorf haben wollten, auch wenn sie dafür bezahlen müssen. In Mülheim ist die Resonanz auf den Automaten eines privaten Betreibers positiv.

Wie sieht es in Gonzerath mit den Bestrebungen aus, einen Geldautomaten aufzustellen? Die Einwohner im zweitgrößten Ort der Einheitsgemeinde Morbach können sich seit Anfang des Jahres nicht mehr an den Automaten der regionalen Geldinstitute mit Bargeld versorgen, da diese im Zuge von Sparmaßnahmen abgebaut worden waren (der TV berichtete mehrfach). Deshalb hatte der Gonzerather Willi Gorges nach Rücksprache mit Ortsvorsteher Dietmar Thömmes mit verschiedenen privaten Anbietern Kontakt aufgenommen.

"Es ist noch alles offen", sagt Gorges. Zwar hätte der Anbieter Cardpoint abgesagt, da die regionalen Banken diesen Automaten nicht sponsern wollten, sagt Gorges. Doch hätten mehr als 200 Gonzerather per Unterschrift ihre Bereitschaft gezeigt, dass sie sich trotz Gebühren an einem Geldautomaten in ihrem Heimatort mit Bargeld versorgen wollten, um dieses Teil Infrastruktur im Dorf zu erhalten. Deshalb hat Gorges eine Rechnung aufgestellt, um Cardpoint und andere Anbieter zu überzeugen, dass sich ein Geldautomat in Gonzerath rentiere. Im Schnitt versorge sich jeder Bürger mindestens drei Mal monatlich mit Bargeld, sagt er. Bei Gebühren pro Abhebung in Höhe von drei Euro kämen so rund 1800 Euro monatlich an Einnahmen zusammen, wenn alle 200 Unterschreibenden ihre Bereitschaft in die Tat umsetzten.

Genug, um einen Geldautomaten wirtschaftlich zu betreiben, sagt Gorges. Zumal ein lokales Unternehmen zugesagt hätte, auf dem Dorfplatz das notwendige Fundament für einen Automaten auf eigene Kosten erstellen zu wollen. Hinzu komme die positive Entwicklung Gonzeraths. Die Einwohnerzahl sei von Anfang Januar bis Ende Juni 2017 von 1200 auf 1270 Einwohner gestiegen, sagt Gorges. Dazu kämen die 300 Beschäftigten in 30 Gewerbebetrieben. "Die Gonzerather wollen den Automaten unbedingt", führt er aus.

Diese Argumentation habe Gorges Cardpoint geschickt. Eine Antwort darauf stehe noch aus. Zudem kenne er weitere Anbieter, zu denen er erste Kontakte geknüpft habe. Einer von ihnen habe bereits Interesse signalisiert. Gorges ist deshalb "relativ optimistisch", dass ein Geldautomat nach Gonzerath kommt.

Cardpoint selbst hält sich auf eine Presseanfrage bedeckt. "Grundsätzlich können wir Ihnen leider keine Auskunft über Standorte geben, an denen kein Geldautomat von Cardpoint aufgestellt ist" heißt es von einem Sprecher des Unternehmens. Es gebe mehrere Faktoren, die darüber entscheiden, welche Art von Geldautomatenservice das Unternehmen an einem bestimmten Ort anbieten könnten. Normalerweise reichten diese von Art und Umfeld des Standortes über die erwartete Anzahl an Benutzern bis hin zu anfallenden Kosten für Standortmiete und Unterhalt, sagt er.

In der 1000 Einwohner großen Gemeinde Mülheim an der Mosel wird der Geldautomat, der vor wenigen Wochen dort aufgestellt worden ist, gut angenommen, sagt der Mülheimer Ortsbürgermeister Friedhelm Leimbrock. Laut einer Auskunft des Betreibers Bargeldquelle entspreche die Nutzung den Erwartungen des Betreibers und decke sich mit der Anzahl der Abhebungen bei einem Testlauf im März dieses Jahres. Die anfallenden Gebühren betragen 2,75 Euro pro Abhebung.