Gottes Weg hinter Gefängnismauern

Gottes Weg hinter Gefängnismauern

Bereits seit März ist er in Wittlich und Trier als Gefängnisseelsorger tätig. Nun ist Thilo Müller in einem festlichen Gottesdienst offiziel in sein Amt eingeführt worden.

Wittlich/Trier. "Sie sind als Pfarrer an einem besonderen Ort im Dienst", erklärt Jörg Weber, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Trier. Es ist ein Arbeitsplatz, um den nicht jeder Pfarrer Thilo Müller beneiden dürfte: Er ist Gefängnisseelsorger in Trier und Wittlich.
In der Predigt zu seiner Amtseinführung betont Müller, dass jedoch gerade hier die Arbeit eines Seelsorgers besonders wichtig sei, um Gefangenen zu helfen, den "rechten Weg" wieder zu finden: "Menschen beschreiten neue Wege. Sie machen die Erfahrung, dass für Gott eben nichts unmöglich ist und dass ausgerechnet Gott sie neu ausrichten kann."
Vor seinem Dienst in Wittlich und Trier war Müller Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Gerolstein-Jünkerath. Seit März ist Müller als Seelsorger zuständig für die Jugendstrafanstalt (JSA) Wittlich, die Justizvollzugsanstalt (JVA) Trier sowie für Vertretungen in der JVA Wittlich. Nun hat Superintendent Weber den Pfarrer in einem festlichen Gottesdienst offiziell in sein Amt eingeführt.
Die Arbeit im Gefängnis sei eine Herausforderung, erklärt Weber. Doch der Seelsorger könne sich auf Hilfe von ganz oben verlassen: "Gott selbst ist es, der dafür sorgt, dass sein Wort zum Adressaten kommt. Nicht wir sind es." Müller sei ein Seelsorger, der auf ruhige und nachdenkliche Art mit Einfühlungsvermögen und Reflexionskraft als Zuhörer und Gesprächspartner für die Menschen da sei.
Sabine Beckmann, Leiterin der JVA Trier, heißt Müller auch im Namen ihrer Kollegen Otto Schmid (JSA Wittlich) und Jörn Patzak (JVA Wittlich) willkommen und wünscht ihm für seinen Dienst alles Gute und Gottes Segen.
Müller selbst betont in seiner Predigt, dass Gott einen unbelasteten Neuanfang mit den Menschen erreichen wolle. Dabei vergehe das Vergangene, ohne jedoch in Vergessenheit zu geraten. "So gehe ich Gottes Weg mit uns. Dieser Weg ist vorhanden. Er ist weit und großartig. Er lohnt sich. In jedem Fall auch hinter Gefängnismauern." red

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