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Graach will mit Jahreskalender für sich werben

Graach will mit Jahreskalender für sich werben

Der Gemeinderat Graach hat in seiner jüngsten Sitzung nicht nur den Haushalt 2010 beschlossen, sondern etliche Vorhaben auf den Weg gebracht und über Anliegen von Bürgern beraten.

Graach. (urs) In einer Petition hat die Liste Vereinigung Bürger für Bürger (VBB) in der Graacher Gemeinderatssitzung den Wunsch geäußert, den vor Jahren für den Bau der B 50 neu getätigten Verkauf von Gemeindewald rückgängig zu machen. Das Anliegen wurde abgelehnt. Ortsbürgermeister Gerhard Zimmer begrüßt das "im Prinzip einstimmige" Votum. Es könne nicht sein, dass der Rat etwas rückgängig machen wolle, was das Bundesverwaltungsgericht Leipzig abgesegnet habe. Auch den Antrag dreier Ratsmitglieder, den im März beschlossenen Straßenbeleuchtungsvertrag mit der RWE AG rückgängig zu machen, verneinte der Rat mehrheitlich. Er entschied jedoch, dass die Verwaltung prüfen soll, wem die Straßenleuchten im Ort gehören. Laut Vertrag sind sie weiterhin - obschon von der Gemeinde bezahlt - Eigentum der RWE. Andererseits ist der Wert der Leuchten miteingeflossen in die Inventar-Bewertung, die für das neue Buchführungssystem Doppik erstellt wurde. "Der Bürger versteht es nicht, wenn er für etwas bezahlen soll, das ihm nicht gehört", kommentierte Zimmer.

Entschieden wurde außerdem, dass der Jugendraum eine Spüle erhalten soll. Zudem sollen die Fenster Rollos erhalten und eine alte Lampe durch Deckenstrahler ersetzt werden. Die Ausgaben sieht Zimmer gut angelegt. Schließlich seien die jungen Leute auch bereit, mitanzupacken. So hätten sie sich etwa ohne Zögern bereiterklärt, beim "Graacher Event Duathlon" (Get it) zu helfen. Weitere Rollos werden für das Heimatmuseum im Mattheiser Hof bestellt. Sie sollen Schriftstücke vor dem Verblassen schützen. Und künftig soll ein Schild auf das "Weinmuseum Zehnthaus" in der Weingartenstraße hinweisen.

Mit dem beschlossenen Austritt aus dem Tourismus- und Heilbäderverband hat der Rat einen Punkt gesetzt unter jahrelange Debatten. Die Mitgliedschaft mache für die Gemeinde keinen Sinn und sei obendrein mit um die 130 Euro pro Jahr teuer, begründete Zimmer. Als unterstützenswert erachtet der Rat das Engagement des Vereinsrings. Bis zu 500 Euro will die Gemeinde beisteuern für die vom Vereinsring organisierte Weinkirmes. Für den Ort als Namensgeber der integrierten Weinprobe sei das Werbung, betonte Zimmer: "Wir können froh sein, dass die Vereine bereit sind, das zu machen."

Werbung für den Ort verspricht sich der Rat zudem vom Jahreskalender, der aufgelegt werden soll. Die Gemeinde hat einen Fotowettbewerb ausgeschrieben. Die Druckkosten in Höhe von höchstens 1200 Euro sollen über den Kalenderverkauf refinanziert werden. Die Sanierung des Leichenhallendaches muss noch etwas warten. Wie vom Rat gewünscht, wird Zimmer Vergleichsangebote für das voraussichtlich nicht mehr als 3000 Euro teure Vorhaben einholen.