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Graacher ärgern sich über Schlaglochpisten

Graacher ärgern sich über Schlaglochpisten

Der Ausbau verschiedener Ortsstraßen belastet seit Jahren den Graacher Haushalt. Doch die finanzielle Unterstützung des Landes für ein Stück vom Ortsausgang bis zur Bundesstraße lässt auf sich warten.

Graach. Seit Jahren investiert die Ortsgemeinde Graach in die Erneuerung ihrer Ortsstraßen. Jüngste Beispiele sind die Brunnen- und die Kirchstraße, durch deren neues Gesicht auch der für Feste und Sitzungen genutzte Mattheiser Hof gewinnt. Die Kosten von rund 137 000 Euro musste die Gemeinde komplett vorfinanzieren. Denn das Land hat zwar den vorzeitigen Baubeginn genehmigt, aber noch keinen Zuschuss gezahlt.
Dabei drängt der Ausbau weiterer Straßen wie Mosel- oder Weberstraße sowie die Schlaglochpiste am Ortseingang aus Richtung Josephshof. Für das Teilstück außerhalb des Dorfes hat die Gemeinde im Haushalt 2011 zwar rund 20 000 Euro eingestellt, doch ohne die Zuschusszusage aus Mainz wird sich dort nichts tun, bedauerte Ortsbürgermeister Gerhard Zimmer bei der jüngsten Haushaltsberatung. Dabei dienten solche Investitionen doch der nachhaltigen Entwicklung des Dorfes sowie der Entlastung nachfolgender Generationen, mahnte er mehr Unterstützung an. Durch Änderungen wie die der Berechnungsgrundlagen für Zuweisungen des Landes bliebe den Gemeinden immer weniger Handlungsspielraum. Graach fehlten allein dadurch 17 700 Euro im Vergleich zu 2010.
Die meisten Kommunen müssen mit dicken Defiziten leben. Denn für die Doppik sind vorsorgliche Wertminderungen des Gemeindevermögens (Abschreibungen) zu buchen. In Graach summieren sie sich 2011 auf 231 620 Euro, denen keine realen Ausgaben gegenüberstehen. Dennoch haben sie entscheidenden Anteil am Minus von 139 480 Euro bei den Pflichtaufgaben des Ergebnishaushalts (Erträge 735 450 Euro, Aufwendungen 874 930 Euro). Außerdem schmelzen die Defizite das für die Doppik ermittelte Eigenkapital aus Vermögen wie Gebäuden, Straßen oder Ausstattung abzüglich Schulen ab. Laut Kämmerer Günter Wagner wird es von 8,2 Millionen Euro (Eröffnungsbilanz Januar 2009) bis 2014 voraussichtlich auf 7,6 Mio. Euro sinken.
Abgesehen von dringenden Fahrbahnerneuerungen übt sich die Gemeinde daher in Bescheidenheit. 2011 flossen neben den Bauvorhaben ausschließlich kleinere Beträge in Bauhof, Kinderspielplatz, einen Infokasten am Mattheiser Hof, Computer fürs Verkehrsbüro und Fahnenmasten.
Insgesamt summieren sich die Investitionen der Gemeinde auf 172 330 Euro, für die ein Kredit von 102 000 Euro benötigt wird. Dadurch werden sich die langfristigen Schulden der Gemeinde weiter erhöhen.