Gräfendhron auf dem Weg nach Morbach
Gräfendhron · Die Ortsgemeinde Gräfendhron bekräftigt ihren Willen, nach Morbach zu wechseln und verweist auf atmosphärisch gute Gespräche mit den Vertretern der Einheitsgemeinde. In einer Vereinbarung, der der Rat zugestimmt hat, werden bereits Details zum Wechsel angesprochen.
Gräfendhron. Die Gemeinde Gräfendhron forciert ihre Bemühungen, aus der Verbandsgemeinde Thalfang in die Einheitsgemeinde Morbach zu wechseln. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gräfendhroner Gemeinderat eine entsprechende Vereinbarung einstimmig beschlossen. Darin werden bereits Details angesprochen, die bei einem Wechsel in die Einheitsgemeinde geklärt werden müssen, sagt Ortsbürgermeister Hans-Günter Steinmetz.
Kommunal reform
Dazu gehört beispielsweise die Übertragung des gemeindlichen Eigentums, wie die Ausrüstung der Feuerwehr, der Friedhof oder die Kläranlage. Bei ihrer Entscheidung spielt für die Ratsmitglieder und den Ortsbürgermeister der Verlust der Selbstständigkeit, wegen der ein Wechsel nach Morbach von den meisten Orten in der Verbandsgemeinde Thalfang (7332 Einwohner, Stand Januar 2016, Gemeindestatistik) abgelehnt wird, offensichtlich keine Rolle. Denn wenn Gräfendhron (107 Einwohner) künftig Ortsbezirk von Morbach ist, entstünden keine Nachteile, sagt Martin Steinmetz. Viele Strukturen seien von der EG (10 728 Einwohner) auf die Ortsbezirke zurückdelegiert worden, sagt der Rathaus-Mitarbeiter, der im Übrigen der Sohn des Gräfendhroner Ortsbürgermeisters ist. "Der finanzielle Rahmen ist besser als in der Verbandsgemeinde Thalfang", führt er weiter aus. Von den Einnahmen bleibe derzeit für die Ortsgemeinde nach Abzug der Umlagen für Verbandsgemeinde (35 Prozent) und Kreis (46,6 Prozent) kaum etwas übrig, sagt Ortsbürgermeister Steinmetz. Dazu müssten noch Kredite bedient werden.
Wie hoch das Budget für einen künftigen Ortsbezirk Gräfendhron sein könnte, kann Hans-Günter Steinmetz nicht sagen. Und auch der Morbacher Bürgermeister Andreas Hackethal möchte sich hier nicht festlegen, da das Budget stets von vorhandener Infrastruktur abhänge. Ein entsprechender Vergleich mit Morbacher Ortsbezirken in gleicher Größe sei deshalb wenig zielführend. Ortsbürgermeister Steinmetz lobt die Atmosphäre in den "guten Gesprächen" mit den Vertretern der Einheitsgemeinde Morbach. Stets habe man auf Augenhöhe verhandelt, sagt er. "Man hatte nie das Gefühl, man wird abgefrühstückt", ergänzt Ratsmitglied Lutz Güldenberg. Der Morbacher Bürgermeister begrüßt die Entscheidung der Gräfendhroner.
"Hier wächst zusammen, was zusammengehört", zitiert Hackethal den Altbundeskanzler Willy Brandt. Auch der Umstand, dass es ein so eindeutiges Votum aus Gräfendhron gibt, belege, dass von beiden Seiten sehr gute, intensive Gespräche und Verhandlungen geführt worden seien.
Nachdem der Gräfendhroner Rat die Vereinbarung beschlossen hat, entscheidet am 14. März der Gemeinderat der EG Morbach und am 31. März auch der Rat der VG Thalfang darüber, sagt Hans-Günter Steinmetz.Extra
Wechselwünsche: In der VG Thalfang hat auch die Ortsgemeinde Merschbach Interesse, in die EG Morbach zu wechseln. Doch betreibe man dies derzeit nicht aktiv, sagt Ortsbürgermeisterin Iris Hornberg. Deuselbach will sich ebenfalls nach Morbach orientieren. Ortsbürgermeister Klaus Hölzemer verweist auf einen Ratsbeschluss, nach dem man nach Morbach wechseln wolle, falls die VG Thalfang sich nicht komplett einer anderen VG anschließt. Die Ortsgemeinden Heidenburg, Büdlich und Breit zieht es zur VG Schweich. Malborn und Neunkirchen möchten in die VG Hermeskeil wechseln. cst