"Grafen, Gold und Schwarzer Peter"

Während das Dauer-Minus des Mülheimer Forstes alles andere als erfreulich ist für die Gemeinde, scheinen die Chancen auf die EU-Förderung eines Kulturweges ganz gut zu stehen.

Mülheim. Erfreulich: Mülheim steht möglicherweise ein Zuschuss aus Mitteln des europäischen "Leader"-Programms in Aussicht. Und zwar für einen Grafschafter Kulturweg "Grafen, Gold und Schwarzer Peter", der - so das Thema - "spielend durch die Geschichte" führen soll. In dem damit beschäftigten Arbeitskreis seien schon einige gute Ideen zusammen gekommen, bilanziert der Erste Beigeordnete Friedhelm Leimbrock.

Lückenschluss vorhandener Moselwanderwege



Dass überhaupt noch ein Zuschuss für einen Kulturweg in Aussicht stehe, hänge damit zusammen, dass es sich hier um einen Lückenschluss vorhandener Moselwanderwege handele.

Die beteiligten Gemeinden der ehemaligen Grafschaft Veldenz wollten nun einen gemeinsamen Antrag auf den Weg bringen. Da jeder Ort nur für die eigenen Wegstrecken verantwortlich sei, komme auf Mülheim relativ wenig an Arbeit zu.

Erforderlich sei vor allem eine entsprechende Kennzeichnung. Der Vorteil der "Leader"-Förderung besteht darin, dass jeder von 2009 bis 2013 für einzelne Projekte ausgegebene Euro mit einem Euro gefördert wird. Den Beteiligten gehe es laut Leimbrock darum, "die Grafschaft als Grafschaft herauszustellen".

Wildschäden und Wachstumsverluste



Das Minus, das Mülheim Jahr für Jahr mit dem Gemeindewald erwirtschaftet, pendelt sich allmählich ein. Für den Besitzer von gerade mal rund 100 Hektar Wald sind die für 2009 kalkulierten 5711 Euro schon ein dicker Brocken. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran haben laut Revierförster Filip van Even Wildschäden sowie die Ausgaben für die Verhütung solcher Schäden.

Die Wachstumsverluste durch den permanenten Verbiss von Knospen seien hoch: "Wenn viel Wild da ist, kommen viele Baumarten gar nicht durch." Um der Situation Herr zu werden, regt van Even eine Erhöhung der Jagdpacht an. Außerdem sollte eine Klausel festgeschrieben werden, die eine Kontrolle der Abschusszahlen erlaube. Laut Ortsbürgermeister Horst Faust könnten Änderungen bei der im März nächsten Jahres anstehenden Neuverpachtung berücksichtigt werden.

Ansonsten gibt es nur begrenzte Möglichkeiten, das Defizit zu reduzieren. Die Gemeinde könne zwar das turnusgemäße Entasten auf später verschieben, nennt van Even ein Beispiel. Allerdings gehe das eventuell zu Lasten der Qualität.

Bei der abschließenden Haushalts-Vorberatung wurde ein Antrag von Dirk Richter abgeblockt. Sein Wunsch, die künftige Straßenführung der Hauptstraße, die im Frühjahr aufgebaggert wird, für alle ersichtlich einzeichnen zu lassen, wird mit nur einer Ja-Stimme und einer Enthaltung abgelehnt.

Richter befürchtet, dass der Straßenraum künftig arg eingeengt wird, was möglicherweise Mülheimer Kunden von einem Einkauf im Ort abschrecken könnte.

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