Graffiti? Da hört der Spaß auf! - Kita, Grundschule und Kunstwerke in Wittlich beschmiert - Belohnung ausgesetzt

Graffiti? Da hört der Spaß auf! - Kita, Grundschule und Kunstwerke in Wittlich beschmiert - Belohnung ausgesetzt

Unbekannte schlagen mit Sprühdosenfarbe mehrfach zu: Die Schäden reichen von der Wittlicher Kindertagesstätte Jahnplatz über den Fußballplatz der Georg-Meistermann-Grundschule bis zum beliebten Kopf-Kunstwerk im Stadtpark. Die Stadtverwaltung setzt eine Belohnung von 1000 Euro aus.

Foto: Klaus Kimmling (m_wil )
Sachbeschädigung: Im Stadtpark wurde alles Mögliche besprayt. TV-Fotos (3): Klaus Kimmling/Foto (1): privat (1). Foto: Klaus Kimmling (m_wil )
Foto: Klaus Kimmling (m_wil )

"Schöne Aussichten" hat Jürgen Waxweiler den großen Kopf Wittlich 2002 betitelt, der seit dem Bildhauersymposium am Stadtparkrand übers Parkgrün und die Lieser in Richtung Altstadt schaut. Die steinerne Skulptur ist bei den Wittlichern beliebt, und viele Menschen haben sie schon fotografiert. Jetzt ist sie Jürgen Waxweilers erstes Kunstwerk im öffentlichen Raum, das beschädigt worden ist. Als der Bildhauer am Dienstagmorgen durch einen Anruf des TV davon erfährt, muss er diese Nachricht erst einmal verarbeiten.

Am Wochenende haben Unbekannte seinen Kopf mit neongrüner Farbe grell angeschmiert; unter anderem mit der Zahl 187, die schon im gesamten Stadtgebiet etwa auf Schmierereien an Stromkästen und Garagen auftaucht.

Der Kopf ist bereits gereinigt: Die großen hellen Flächen auf seiner Oberfläche zeugen vom Bemühen, die Spuren der Beschädigung zu beseitigen. Im Augenwinkel und am Nasenflügel leuchtet noch ein wenig der grellen Farbe.
Die Zahl 187 und die Schriftzüge sind verschwunden, dabei hat die Zahl 187 eine Bedeutung. "187" ist im Polizeicode Kaliforniens eine Abkürzung für Mord, 187 hieß ein amerikanischer Film, und 187 nennt sich laut Polizei auch eine lose Verbindung von Rappern. In Wittlich hat sich jemand diese Symbolik zu eigen gemacht. Wer sich umschaut, kennt die Zahl aus dem Stadtbild schon von anderen Sachbeschädigungen etwa an Stromkästen oder auf Garagen. Vermutlich stecken Jugendliche hinter den Farbschmierereien. "Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren das Heranwachsende", sagt auch Manfred Kirsch von der Polizeiinspektion (PI) Wittlich auf TV-Nachfrage.

Der Volksmund nennt solche gesprayten Schriften oder Bilder verallgemeinernd "Graffiti". Doch ein kreativer oder künstlerischer Ansatz fehlt in Wittlich komplett. Zumal unter den beschädigten Objekten auch eine echte Graffiti-Arbeit, die im Stadtpark auf einer großen Holzwand steht, beschädigt worden ist.
Im Facebook-Auftritt der Wittlicher Volksfreund-Redaktion sind die Kommentare zu den aktuellen Vorkommnissen eindeutig: "Nichts weiter als sinnlose Sachbeschädigung", "Unmöglich, einfach übel. Was haben die davon?", "Mit der Zahnbürste müssten diese Vollpfosten das wieder sauber machen", "Schämt euch, wer immer es auch war" oder einfach "Idioten" lauten die Kommentare zu dem Foto, das die beschmierte Kopf-Skulptur zeigt.

Doch übers Wochenende wurden nicht nur das Kunstwerk Jürgen Waxweilers, sondern weitere Skulpturen, Mülleimer, Laternen, Bäume, Steine im Stadtpark "Opfer" der Sprayer. Auch an der Kindertagesstätte Jahnplatz und an der Georg-Meistermann-Schule haben die Unbekannten zugeschlagen und unter anderem die Bande am DFB-Minispielfeld vollgemalt."Als Schriftzüge wurden überwiegend die Zeichen 187, GAPON oder CAPON, GPN Freekj 2 in verschiedenen Farben hinterlassen", heißt es zusammenfassend in einer Pressemitteilung der Polizei.
Die Stadtverwaltung hat für sachdienliche Hinweise eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro ausgesetzt. Die Höhe des Sachschadens konnte gestern noch nicht genau beziffert werden.

Hinweise werden an die Polizei Wittlich, Telefon 06571/926-0, Mail an piwittlich@polizei.rlp.de oder Stadtverwaltung Wittlich, Telefon 06571/170, erbeten.

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