Grailisch schien

Ei wat haben die Wittlicher dem Türmchie grailisch schien gratuliert. Wir sind halt irgendwie verkehrt: Der schönste, rechtwinkligste und größte Flachdachneubau kann gegen grailisch schien, buckelig, uralt und klitzeklein nicht ankommen.

Wir sind auch so verkehrt, dass wir besonders gern gucken kommen, wenn es nix mehr zu sehen gibt. Zum Beispiel an den Platz an der Lieser und die Altstadtbrücke. Was sind da seit dem Wochenende Leute hingepilgert. Nur um zu sehen, dass es nichts mehr zu sehen gibt. Die Bäume sind ja alle weg! Auf die leeren Flächen haben jetzt mehr Leute in einer Woche geguckt, als sonst in einem Monat! Derselbe Effekt funktioniert nur bei den Leerständen noch nicht ganz. Aber Obacht! Irgendwie verkehrt ist auch manches Schaufenster im Moment. Da haben die Geschäftsleute einfach ihre Dekoration ausgetauscht! Maju! Der Bungert im Möbel Klein, der Herr Fischer bei der Frau Menke und so weiter! Das ist gar nicht so verkehrt. Das finden wir Wittlicher halt auch: Grailisch schien. Kolumne WILBERT

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