Grasnick droht mit Anwalt

VELDENZ/BURGEN. Wie sicher sind die Schulkinder in Veldenz im Sportunterricht und auf dem Weg dorthin? Sie sind sicher, heißt es von Seiten des Schulträgers. Das sei noch nicht geklärt, sagt einer der beteiligten Ortsbürgermeister.

Am kommenden Freitag wird das Veldenzer Bürgerhaus eröffnet. Eine reine Freudenveranstaltung wird das nicht sein. Es gibt massive atmosphärische Störungen zwischen der Gemeinde Burgen, in der Person von Ortsbürgermeister Reinhard Grasnick, und dem Schulträger, der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, in Person von Bürgermeister Ulf Hangert. Was Burgen mit dem Bürgerhaus im Nachbarort zu tun hat? Die Burgener Kinder besuchen die Veldenzer Schule. Weil in Veldenz keine Halle zur Verfügung stand, fand der Sportunterricht jahrelang in der Burgener Turnhalle statt. Die Kinder wurden per Bus dorthin gebracht, was pro Jahr 11 000 Euro kostete.Ortsbürgermeister sieht Sicherheitsprobleme

Seit kurzem steht im Veldenzer Bürgerhaus ein 200 Quadratmeter großer Mehrzweckraum - der ehemalige Saal Bottler - zur Verfügung. Er wird seit einigen Wochen für den Sportunterricht der 81 Schüler (davon 24 aus Burgen) genutzt. Der Burgener Ortsbürgermeister sieht sich von dieser Aktion überrumpelt. In der Sitzung des Gemeinderates sprach er "von enormen Sicherheitsproblemen" beim Weg von der Grundschule zum Bürgerhaus und zurück. Die Schüler müssten jeweils zweimal die Straße überqueren, einmal an einer ganz gefährlichen Stelle. Ob der Raum für den Sportunterricht überhaupt geeignet ist, sei auch nicht klar. Zudem seien die Turngeräte ohne Absprache von Burgen nach Veldenz gebracht worden. Das rief die Verbandsgemeinde auf den Plan. Grasnick habe versucht, "den Eindruck zu erwecken, als ob seitens der Schulleitung bewusst ein Sicherheitsrisiko für die Grundschüler herbeigeführt werde", sagt Bürgermeister Hangert. "Dies ist eine ebenso bösartige wie groteske Unterstellung, die in keinster Weise der tatsächlichen Situation entspricht." Es gebe keine Sicherheitsmängel. Die Unfallkasse habe den Saal überprüft und abgenommen. Grasnick habe den Gemeinderat falsch informiert, obwohl er gewusst habe, dass es keine Sicherheitsmängel gebe. Die Turngeräte seien von der VG für die Grundschule angeschafft worden. Der Transport von Burgen nach Veldenz sei deshalb logisch. Der Weg zum Bürgerhaus stelle auch keine Gefährdung dar. Die Schüler wechselten nur einmal die Straße und zwar vor dem Gebäude. Dies hätten sie auch gemacht, als sie per Bus nach Burgen fuhren. Nach Auskunft von Schulleiter Gerhard Henkel benutzen die Gruppen im weiteren Verlauf auch eine Nebenstraße, um die Kurve vor dem Bürgerhaus zu umgehen. Der Schulelternbeirat sei informiert gewesen, sagt Schulelternsprecher Bernd Engel, der auch im Burgener Gemeinderat sitzt. Es sei klar gewesen, dass der Sportunterricht nach Fertigstellung der Halle nach Veldenz verlagert werde. Es habe aber noch keine gemeinsame Begehung gegeben. In der Kürze der Zeit sei dies noch nicht möglich gewesen, erläutert der Schulleiter. "Mir geht es um die Kinder", sagt Grasnick. Wenn sich alle Beteiligten vor Ort ein Bild machen könnten und ihr Einverständnis geben, werde er seine Bedenken abwerfen. Die Schärfe im Ton bleibt. "Ich lasse mich nicht als Lügner darstellen", sagt Grasnick und erwägt gerichtliche Schritte gegen Bürgermeister Hangert. "Ich sehe dem gelassen entgegen", sagt Hangert. "Grasnick war von Anfang an informiert."