Grausame Leidensgeschichte Jesu

In der voll besetzen Pfarrkirche St. Briktius in Bernkastel-Kues führte der Kammerchor "Projekt Vocal" "Der Tod Jesu" von Carl-Heinrich Graun auf. Gemeinsam mit den Solisten Judith Heinen (Sopran), Marc Dostert (Tenor), Stefan Röttig (Bass) und dem Kammerorchester St. Briktius vermittelten sie mit dem deutschen Werk über das Leiden Jesu am Kreuz die passende andächtige Stimmung zu Ostern.

Bernkastel-Kues. (mü) Voll besetzt war die Pfarrkirche St. Briktius in Bernkastel-Kues am Karfreitagabend als der Kammerchor "Projekt Vocal" das Oratorium "Der Tod Jesu" aufführte und bei den Chorpassagen und Chorälen das Gotteshaus mit vollem Klang erfüllte.Der Komponist Carl Heinrich Graun konfrontiert in seiner Passionskantate, basierend auf den Dichtungen des Librettisten Wilhelm Ramler, mit dem leidenden Jesus von Nazareth. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu Christi.Text und Musik kreisen um die Nacht, in der Jesu verraten wurde, um seine Verspottung und Geißelung, und schließlich um die schrecklichen Qualen seiner Kreuzigung."Es ist Musik, die den Karfreitag ausklingen lässt, und das, was Christen an Karfreitag in ihren Gottesdiensten bedenken und feiern textlich und musikalisch aufgreift und deuten hilft", schildert Pfarrer Georg Moritz bei seiner Begrüßung.Carl Heinrich Graun beleuchtet in seinem Oratorium das Leiden und Sterben Jesu aus dem Blickwinkel menschlicher Brutalität und Grausamkeit. Seit der Uraufführung 1755 in Berlin zählte sie lange Zeit zu den meistaufgeführten Werken dieses Genres.In einer facettenreiche Darstellung verstanden es alle Mitwirkenden, die dramatische Dichte und das Schicksal Jesu zu präsentieren.Bereits beim ersten Rezitativ von Sopranistin Judith Heinen herrschte andächtige Stille im Gotteshaus. Ausdrucksstark sang Tenor Marc Dostert seine Parts mit präzisen Einsätzen. Besonders Bass Stefan Röttig beeindruckte mit seiner kraftvollen Intonation.Sehr spielfreudig präsentierte sich das Kammerorchester St. Briktius mit guten Zusammenspiel.Die Gesamtleitung lag bei Dekanatskantor Michael Meyer in souveränen Händen."Großartig, das war der musikalische Höhepunkt unserer Konzertreise"", lobt Ernst Bichsel aus Zürich.