Große Hürden fürs Klausener Baugebiet

Ratssitzung : Große Hürden fürs Klausener Baugebiet

In Klausen soll ein neues Baugebiet ausgewiesen werden. Doch das ist gar nicht so einfach, weil es einen Landtauschpartner aus anderen Gemeinden braucht oder auf den neuen Bebauungsplan warten muss.

Das hatten sich die Beteiligten einfacher vorgestellt. Ziemlich geschockt und enttäuscht wirkten einige Gemeinderatsmitglieder, als sie den Erklärungen von Günter Reis, Mitarbeiter der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, zuhörten. Denn dann wurde ihnen klar, dass das Neubaugebiet „Beim Weidenhaag“ nicht so schnell entwickelt werden kann, wie sie möchten.

Momentan gibt es im Baugebiet Klostergarten noch sechs Baustellen, aber es gibt auch eine große Nachfrage. Deshalb ist der Gemeinderat seit 2015 dabei, ein neues Baugebiet zu suchen und auszuweisen. Zwischen 2015 und 2017 gab es bereits Pläne für ein Neubaugebiet im Bereich Kreuzwingert, doch da hat die Langohrfledermaus der Gemeinde einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn das Neubaugebiet hätte sich in deren Lebensraum befunden.
Jetzt hat man sich beim Weidenhaag im Ortsteil Krames eine knapp drei Hektar große Fläche ausgesucht, schon erste Gutachten in Auftrag gegeben und gehofft, mit einem vereinfachten Verfahren zügig voranzukommen. Doch das geht nicht mehr, weil die Gemeinde einen Tauschpartner aus einer anderen Gemeinde der VG braucht. Die Fläche in Klausen, die Wohngebiet werden soll, ist im Flächennutzungsplan der VG zum größten Teil als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. In anderen Orten gibt es zu viele Wohnbauflächen, die nicht genutzt werden, und deshalb soll getauscht werden, aber es findet sich keine Gemeinde, die dazu bereit ist. In einer Ortsbürgermeisterdienstbesprechung innerhalb der VG soll das auf die Tagesordnung kommen, um eine Lösung zu suchen. Wenn das nicht fruchtet, wird die Gemeinde Klausen auf einen neuen Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde warten müssen, was Jahre dauern kann. Aufgrund dieser Informationen hat der Gemeinderat den Tagesordnungspunkt „Bebauungsplan zur Ausweisung der Wohnbauflächen“ vertagt.

Positives konnte Ortsbürgermeister Alois Meyer beim Abtsgarten verkünden. Die Gemeinde hat ihn von der Kirche für 35 Jahre gepachtet, um ihn der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In den vergangenen Jahren ist auch schon einiges passiert. Der Pavillon wurde renoviert, die Treppenanlage in Ordnung gebracht, ein Zugang von der Seite geschaffen und Ehrenamtliche pflegen einen Kräutergarten auf der oberen Ebene. Ein Ehepaar aus Klausen hat nun 4500 Euro gespendet, damit der Schlussstein des Portals von der Außenseite des Gartens denkmalschutzkonform restauriert werden kann. Die Gemeinde nahm die Spende an und gibt die Arbeiten in Auftrag.

Die bereits mit Spenden renovierte Innenseite. Foto: Christina Bents

Zudem beschloss der Rat einen Antrag auf Lückenschluss der Radwegeverbindung zwischen Klausen und Altrich, entlang der L 52 als regionale Ergänzung im großräumigen Radwegenetz.

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