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Große Nachfrage nach Thalfanger Schulcontainern

Kommunales : Große Nachfrage nach Schulcontainern

Die Behelfsunterkunft der Realschule plus in Thalfang soll noch dieses Jahr abgebaut werden. Mehrere Kommunen sind interessiert.

Die Schüler der Erbeskopf-Realschule plus haben ihr Provisorium in den Containern verlassen und besuchen wieder ihr angestammtes und frisch renoviertes Gebäude. Womit sich automatisch die Frage stellt, was mit den 110 Containern passiert, die in Thalfang nicht mehr benötigt werden. Seit 2016 wurden dort  260 Schüler unterrichtet.  

Inzwischen hat die Verbandsgemeinde  mehrere Anfragen für die Container, sagt Burkhard Graul, Beigeordneter der VG. So hätte auch der Kreis Interesse signalisiert. Der Rat werde sich Ende Oktober/Anfang November bei einer Sitzung des VG-Rats mit den Containern befassen, Angebote prüfen und über den Verkauf entscheiden, sagt er.

Manuel Follmann von der Kreisverwaltung bestätigt, dass die Behörde derzeit Verhandlungen mit der VG Thalfang über eine mögliche Übernahme von Containern führt. Benötigt werden diese an der IGS in Salmtal. Durch die neue Oberstufe bestehe dort ein erhöhter Raumbedarf, der durch eine bauliche Erweiterung gedeckt werden soll. Die Schüler des ersten Oberstufenjahrgangs 2017/2018 hätten noch behelfsmäßig in den vorhandenen Räumen sowie der ehemaligen Hausmeisterwohnung untergebracht werden können. Doch für den Jahrgang 2018/2019 würden zur Überbrückung der Bauphase vier Containerklassen benötigt. Insoweit bestehe ein konkretes Interesse des Landkreises, einen Teil der aktuell an der Thalfanger Erbeskopf-Realschule plus frei werdenden Containerklassen zu übernehmen, sagt Follmann.

Die 110 Container, in denen die 14 Klassen der Realschule plus unterrichtet worden waren, hatte die Verbandsgemeinde gebraucht im hessischen Kronberg für 100 000 Euro gekauft und im Frühjahr 2016 aufgestellt. In den Osterferien des gleichen Jahres waren die 14 Klassen  in ihr Provisorium umgezogen. Zum Kaufpreis waren noch Kosten für den Transport, den Rückbau der Container in Kronberg, die Wiederaufbereitung und das Aufstellen angefallen. Die Miete für eine entsprechende Containeranlage hätte bei 1,1 Millionen Euro gelegen, sagte VG-Bürgermeister Marc Hüllenkremer seinerzeit nach der Entscheidung, die Container zu kaufen. Damals, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise, sei es schwer gewesen, Container zur Miete zu finden. Ein weiteres Argument für den Kauf war gewesen, dass bei einer Verzögerung der Arbeiten keine vermehrten Mietkosten entstehen. Anfangs war man von 18 Monaten Sanierungszeit ausgegangen. Jeweils fünf Container bildeten einen Klassenraum, die anderen Container waren für Nebenräume wie Lehrerzimmer, Mensa und Fachräume benötigt worden. Ursprünglich war vorgesehen, die Container auf dem Parkplatz aufzubauen. Dies hätte zu Problemen beim Schulbusverkehr geführt. Die Gesellschaft für ambulante und stationäre Altenhilfe hatte sich daraufhin bereiterklärt, das Grundstück oberhalb des Parkplatzes zur Verfügung zu stellen.

Ob die Fläche, auf der die Container gestanden haben, wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt wird oder eingeebnet bleibt, steht noch nicht fest, sagt Burkhard Graul, Beigeordneter der Verbandsgemeinde. Dies müsse mit dem Eigentümer noch abgesprochen werden.