Große Pläne für die Niederburg - Gemeinderat Manderscheid tagt

Kommunales : Erste Pläne für die Niederburg

Drei Architekturbüros stellen  Konzepte für die Sanierung des Wahrzeichens von Manderscheid vor. Eine erste Kostenschätzung beläuft sich auf 800 000 Euro - 75 Prozent Förderung wären möglich.

Lieber mit Stahl oder mit Holz bauen? Das war eine der Fragen in der Stadtratssitzung in Manderscheid am Montagabend. Dort stellten drei Architekturbüros ihre Konzepte für die Sanierung des Eingangsbereiches der Niederburg vor. Dieser soll in Zukunft barrierefrei gestaltet werden, so dass auch Rollstuhlfahrer zumindest zu diesem Bereich gelangen können, um sich dort über die Burg zu informieren. Die Barrierefreiheit ist auch die Bedingung für einen 75-Prozent-Zuschuss der EU. Und darauf setzt die Stadt Manderscheid.

Wie Stadtbürgermeister Günter Krämer erläutert, hat die Stadt die zirka 850 Jahre alte Niederburg im vergangenen Jahr vom Eifelverein übernommen. Nun suche man nach Lösungen, um die Burg in Wert zu setzen. Dazu habe sich ein Burgenverein gegründet, der die Burg gepachtet hat. „Wir hatten schon mehrere Veranstaltungen in der Burg, wie das Burgenfest, die Aktion ,Lebendige Burg’ im Oktober und die Burgenweihnacht. Es ist wichtig, auch Menschen mit Behinderung und älteren Menschen den Zugang zu ermöglichen.“

Rainer Roth vom Architekturbüro Roth aus Meckel setzt in seinem Konzept auf die Holzbauweise, um damit einen Bezug zum historischen Gebäude herzustellen. Am Osttor soll ein Pavillon entstehen, im mittleren Bereich soll eine Holzlaube entstehen, die flexibel für Veranstaltungen genutzt werden kann. „Das könnte komplett in traditionell-handwerklicher Holzbauweise entstehen,“ sagt Simon.

Auf Stahl und Glas anstelle von Holz setzt hingegen das Büro Reihsner aus Wittlich, um einen klaren Kontrast zur historischen Burg zu schaffen. Deshalb soll ein Pavillon in Glas-/Stahl-Konstruktion gebaut werden, in dem zum Beispiel der Kartenverkauf erfolgen könnte.

Architekt Werner Simon aus Kinderbeuern sieht in seinem Entwurf unter anderem eine Videowand vor, auf der ein Film über die Burg gezeigt werden könnte. Die Zuschauerplätze dafür würden in einer Art Laubengang stehen, der ebenfalls multifunktional genutzt werden könnte. Alle drei Konzepte sehen eine Neugestaltung des Bodenbelags vom Parkplatz bis zum Pavillon vor, der komplett stufenfrei gestaltet werden soll. Eine erste Kostenschätzung sieht dabei Ausgaben in Höhen von rund 800 000 Euro vor.

Dennis Junk, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, mahnte zur Eile, denn die Abgabefrist für Zuschüsse zum barrierefreien Tourismus sei der 31. Dezember diesen Jahres. Junk: „Da muss jetzt Drive rein!“ Die Idee eines Videofilms, der die Geschichte der Burg erklärt, lobte Junk.

Rund 20 Bürger waren zur Sitzung gekommen und diskutierten die Vorschläge. Es sei wichtig, zuerst grundlegende Dinge zu klären, bevor man in einen Aktionismus verfalle, es würden sich immer Fördertöpfe finden, hieß es. Andererseits wurde die Barrierefreiheit als Marketing-Instrument, auch für junge Familien mit Kinderwagen, gelobt. In seiner nächsten Sitzung will der Stadtrat über das Thema beschließen, um dann möglicherweise einen Förderantrag einzureichen.

Mehr von Volksfreund