Große Pläne, wenig Geld

Große, in die Zukunft weisende Projekte hat der Stadtrat Traben- Trarbach in den vergangenen fünf Jahren nicht auf den Weg gebracht. In den kommenden fünf Jahren steht aber die Verwirklichung eines „Masterplans“ für die Stadtentwicklung an. Die Vorbereitungen dazu laufen.

 Die Doppelstadt Traben-Trarbach ist eine Perle an der Mittelmosel. Doch Probleme wie die Lenkung der Verkehrsströme und die Sanierung stadtbildprägender Gebäude stehen auf der Tagesordnung ganz oben. Foto: Winfried Simon

Die Doppelstadt Traben-Trarbach ist eine Perle an der Mittelmosel. Doch Probleme wie die Lenkung der Verkehrsströme und die Sanierung stadtbildprägender Gebäude stehen auf der Tagesordnung ganz oben. Foto: Winfried Simon

Traben-Trarbach. Wie wird die Stadt Traben-Trarbach in zehn Jahren aussehen? Wie werden dann um und in der Stadt die Verkehrsströme fließen? Wie gestaltet sich in Zukunft die Wohnraumsituation in der beengten Trarbacher Innenstadt mit ihren vielen vom Verfall bedrohten Häusern? Können weitere Gewerbebetriebe angesiedelt werden und kann die touristische Attraktivität des Mittelmosel-Städtchen verbessert werden? Alles Fragen, auf die vor allem ein Stadtentwicklungskonzept Antworten geben soll, und mit dem sich der neue Stadtrat in den kommenden fünf Jahren beschäftigen muss. In seiner jüngsten Sitzung hat der Stadtrat die Auftragsvergabe für die Erstellung eines solchen integrierten Stadtentwicklungskonzepts vergeben. Das Papier liegt beim Mainzer Innenministerium, das noch über den Förderantrag entscheiden muss. Teil dieses Konzeptes ist auch die Neugestaltung von Straßen und Plätzen im Stadtteil Trarbach und das Sanierungsprojekt „Blockbereich am Rathaus Trarbach“. Die Stadt hat acht der neun zum Abriss freigegebenen Häuser gekauft. Die Denkmalpflege hat bis auf ein Haus dem Abriss der Gebäude grundsätzlich zugestimmt, wenn eine entsprechende Bebauung dort wieder vorgenommen wird. Der Stadt geht es auch um dringend benötigte Parkflächen in diesem eng bebauten Stadtviertel. Wie das Ganze aussehen soll, ist noch unklar. Mit der Gestaltung wird sich der neue Stadtrat befassen. Zunächst wird ein Architekten-Wettbewerb ausgeschrieben. Ebenso wichtig wie die Entwicklung der Innenstadt ist die Ausweisung neuer Baugrundstücke. Hier hat die Stadt mit dem Baugebiet „Königsberg“ in Traben, wo über 100 Bauplätze entstehen, ihre Hausaufgaben gemacht. Doch Sorgenkinder bleiben eine Reihe von Immobilien, wie das Alte Postgebäude, das Casino zu Trarbach, das Mittelmosel- Museum und die Bauruine der ehemaligen Weinkellerei Langguth. Die völlig verfallene alte Kellerei in der Rißbacherstraße hat die Stadt vor über drei Jahren ersteigert und bietet sie – bislang ohne Erfolg – auf der neu geschaffenen Internet- Immobilienbörse der Verbandsgemeinde an. Das nicht mehr genutzte historische Postgebäude ist seit April 2005 in privater Hand. Die ursprünglichen Pläne des Besitzers, das Gebäude aufwendig umzubauen und die Räume zu vermieten, wurden bislang nicht realisiert. Das Casino-Gebäude soll in eine zu gründende Stiftung überführt werden. Der Sanierungsbedarf ist aber enorm. Gleiches gilt für das Mittelmosel- Museum. Die hochverschuldete Stadt hofft auf Landeszuschüsse, um zunächst einmal ein Sanierungskonzept erstellen zu können.