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Dorfserie: Große Ziele, große Herausforderungen

Dorfserie : Große Ziele, große Herausforderungen

Malborn-Thiergarten, der zweitgrößte Ort der VG Thalfang, hat große Pläne. Ortsbürgermeisterin Petra-Claudia Hogh verrät, was dieses Jahr ansteht.

Die Ortsbürgermeisterin von Malborn-Thiergarten, Petra-Claudia Hogh, hat sich ein großes Ziel gesetzt: „Bis 2019, dem Ende der Wahlperiode, haben wir so gut wie alle Ziele umgesetzt, die wir versprochen haben.“ Die Ortsgemeinde mit den zwei Ortsteilen ist zum Jahreswechsel mittendrin im Planen für viele Projekte, die das Leben im Dorf angenehmer und abwechslungsreicher gestalten soll.

Doch nichts geht ohne Fördergeld. „Den Grundstein haben wir bereits 2015 mit der Anerkennung als Schwerpunktgemeinde in der Dorferneuerung gelegt“, erklärt die Ortschefin. Sieben Förderanträge hat der Ortsgemeinderat seitdem zur Landesregierung nach Mainz geschickt. Fünf sind bewilligt, zwei laufen noch.

Schwerpunktgemeinden bekommen als erstes eine Dorfmoderation bezuschusst. „Da war es den Bürgern ein Anliegen, dass was mit den Friedhöfen in Malborn und Thiergarten passiert“, hebt Hogh hervor. Aber so einfach ist das nicht, denn: „Es gab überhaupt keine Planung.“ Die Friedhöfe seien 2017 erstmals vermessen worden.

Und das sei nur ein Beispiel, wie mühsam es ist, ein Projekt umzusetzen, mit zahllosen Gesprächen, Anträgen, Planungen. Ein weiteres Beispiel ist der Wunsch, Bioenergiedorf zu werden. „Die Machbarkeitsstudie ist jetzt ausgeschrieben“, nennt Hogh eine Station zum Erreichen eines solchen Zieles.

Im Dorfhaus, dem Gebäude der ehemaligen Sparkasse, können Seminare und kleine Veranstaltungen stattfinden. Angestrebt wird jetzt, dass auch ein Arzt hier Sprechstunden anbieten kann.

Überhaupt sollen Malborn und Thiergarten kinder- und seniorenfreundlicher werden. Ob ein Mehrgenerationenplatz in Thiergarten nur ein Wunsch bleibt, ist noch offen. Für 2018 ist die Anlage eines neuen Dorfplatzes in Malborn ein weiteres Ziel. Dafür müssen jedoch mehrere alte Gebäude weichen. Im Ortsteil Thiergarten sollen drei Straßen saniert werden, denn: „Dort ist stellenweise die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben. Und wir haben das Problem, dass Baufirmen derzeit ausgelastet sind und die Preise steigen.“ Dennoch will man 2018 ein Sanierungsgebiet für die Hauptstraße beantragen, das Bauherren Steuererleichterungen bringt und sogar Zuschüsse für Private in Aussicht stellt.

Richtig stolz ist Petra-Claudia Hogh auf die Rettung des Schulstandortes Malborn. „Wir werden immer versuchen zu verhindern, dass ein Stück Infrastruktur vernichtet wird“, sagt sie und zeigt das dicke Buch mit dem Schulkonzept, mit dem die Schulbehörde bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier überzeugt werden konnte. Lehrer, Eltern, die Kinder und ein Künstler gestalteten die Schule für 37 Schüler neu. Am anderen Ende der Alterspyramide sieht Hogh das Problem, dass Senioren etwas für Senioren tun, aber die Jüngeren in so manchem Projekt fehlen.

Bei den Finanzen sieht es weiter düster aus: Mit 2,356 Millionen Euro steht Malborn in der Kreide. „Das liegt zum einen an den 20 Angestellten, die wir als Träger für die Kita und die Schule brauchen und zum anderen den Mangel an Einnahmequellen“, rechnet die Orts­chefin vor. Gerade wurde die Kita für 720 000 Euro im letzten Jahr erweitert. Windräder sehe der aktuelle Flächennutzungsplan nicht mehr vor. Und aus dem Gewerbegebiet kommt auch nicht viel. Die Hälfte hat die Ortsgemeinde an einen Investor verkauft. In der zweiten Hälfte ist noch Platz für neue Betriebe.

Andererseits sind es gerade Schule und Kita, neben dem Breitbandausbau des Internets, was Menschen anzieht: „Wir haben sogar Nachfragen für Bauplätze aus Bayern.“ Deshalb soll in Thiergarten ein neues Baugebiet ausgewiesen werden. In Malborn sind noch 14 Flächen zu veräußern.

Was Hogh und viele ihrer Kollegen bemängeln, ist die Finanzausstattung der Kommunen, die einfach nicht stimmig ist. Ob im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform die Fusion mit Hermeskeil Besserung bringt, ist noch offen. Die Nähe zum Mittelzentrum hat die Bürger auf jeden Fall überzeugt. Für Petra-Claudia Hogh ist das eine klare Sache: „1967 hätte Malborn schon mal gern zu Hermeskeil gehört und Thiergarten hat ja schon die Hermeskeiler Telefon-Vorwahl.“