Großeinsatz im Spanplattenwerk

Rund 70 Einsatzkräfte waren am Mittwoch bei einem Brand auf dem Betriebsgelände der Firma Ludwig Kuntz GmbH im Einsatz. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt. Es entstand ein Sachschaden in sechsstelliger Höhe.

Morbach. In einem Spanplattenwerk der Firma Ludwig Kuntz GmbH brach am Mittwochmorgen gegen 10.30 Uhr ein Feuer aus. Aus einer vollautomatischen Spanplattenpresse schlugen Flammen. Die alarmierte Feuerwehr hatte den eigentlichen Brandherd schnell im Griff. Allerdings hatte der Brand vorher auf eine Zwischendecke übergegriffen, die laut Einsatzleiter Marco Knöppel von der Feuerwehr Morbach nur schwer zugänglich war. Doch mit dem Teleskopmast der Morbacher Feuerwehr wurde dieses Problem gelöst.

Gegen 13 Uhr hieß es "Feuer aus". Eine Brandwache stellte das Unternehmen aus eigenen Kräften.

Zuvor war es zu einer starken Rauchentwicklung gekommen. Es wurde mehrfach nachalarmiert, weil vor Ort noch Atemschutzträger benötigt wurden. Insgesamt waren 70 Wehrleute in Morbach im Einsatz.

Ein Feuerwehrmann aus Bernkastel-Kues erlitt einen Kreislaufkollaps und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Das könne bei warmem Wetter und der schweren Einsatzkleidung vorkommen, erklärte Knöppel.

Per Lautsprecher riet die Polizei der Morbacher Bevölkerung, sicherheitshalber Fenster und Türen geschlossen zu halten. "Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht", sagte der Feuerwehr-Chef. Dies hatten Schadstoffmessungen ergeben.

Am Mittwochnachmittag zog der kaufmännische Geschäftsführer Gerd Michael Lersch gegenüber dem TV eine "erste Bilanz". Dass ein Feuerwehrmann kollabierte, bedauerte er außerordentlich. Sein Unternehmen, das in Morbach 180 Menschen beschäftigt, sei mit einem "blauen Auge" davongekommen.

Die Presse - das Herz einer von drei Produktionsstraßen im Spanplattenwerk - sei nicht beschädigt. Vor allem das Gebäude sei beeinträchtigt. Nach ersten Schätzungen ging Lersch davon aus, dass der Schaden unter 200 000 Euro bleibt. Bei den hochwertigen Anlagen heutzutage sei das eine verhältnismäßig geringe Summe.

Die Produktionsstraße werde "nur ein paar Tage stillstehen". Vor Ort waren die Wehren aus Morbach, Gonzerath, Merscheid, Hoxel, Thalfang, Kues, Haag und Hinzerath. Erstmals zum Einsatz kam der neue Einsatzleitwagen "ELW" des Landkreises, der im Katastrophenfall, aber auch bei Großeinsätzen die Kommunikation sicherstellen soll. Die Kriminalpolizei Idar-Oberstein hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie geht von einem technischen Defekt aus.

Das Unternehmen hatte dem TV untersagt, Fotoaufnahmen zu machen.