1. Region
  2. Mosel, Wittlich & Hunsrück

Großer Andrang beim Merscheider Markt

Großer Andrang beim Merscheider Markt

Besucher aus der ganzen Region kamen am Wochenende zum Bauern-, Handwerker- und Krammarkt nach Merscheid. Es gab viel Lob für die Organisatoren. Am heutigen Montag klingt der viertägige Merscheider Markt mit "Johnny Capone and the Criminal Horns" aus.

Merscheid. Wer am Samstagmorgen ahnungslos durch Merscheid fuhr, staunte nicht schlecht. Schon gegen zehn Uhr, zum Start des Merscheider Marktes mit seiner fast 300-jährigen Tradition, stauten sich die Autos. Der Bauern-, Handwerker- und Krammarkt lockt immer mehr Menschen - und aus allen Himmelsrichtungen - in den 360-Einwohner-Ort. Seinen Charme macht die angebotene Vielfalt aus. Während an einem Ende Hühner gackern und Enten schnattern oder Pferde über einen Parcours preschen, preisen am anderen Händler unterschiedlichste Waren an. Die Palette reichte auch dieses Mal vom Kohlkopf und frischen Äpfeln bis zu Gemüsehobeln und Unterwäsche.
Mittendrin wurde es dann richtig spannend. Denn Flohmarktware war ebenso im Angebot wie edle Buddhas für die Terrasse oder Handtaschen. Insgesamt reihten sich mehr als 100 Stände aneinander, umrahmt von einer Schlepper- und Landmaschinenausstellung. Essen und Getränke bot die veranstaltende Vereinsgemeinschaft aus Musikverein Heinzerath-Merscheid und Förderverein Feuerwehr Merscheid im großen Zelt wie im Freien. Der Markt habe wohl allein Samstag "um die 10 000 Besucher" gelockt, schätzt Markus Bohn. Weitere gut 1000 hätten am Abend zuvor bei der "Merscheider Markt Wiesn" ihren Spaß gehabt - ein weiterer Höhepunkt des von Partybands und Musikvereinen bestrittenen viertägigen Rahmenprogramms.
Das Herzstück des Wochenendes war jedoch erneut der Markt. Lutz Kittner zog es mit seiner Familie zielstrebig zu den Kleintieren. Sie wollten eine Ente kaufen. Ihr Erpel sei schrecklich einsam, erklärte er. Fündig wurden sie bei Andrea Brökelmann vom Geflügelhof Berenbrink, der seit mehr als 50 Jahren in der Region unterwegs ist. Eine Ente mit grünlich schimmerndem Gefieder hatte es nicht nur Tochter Lorena auf Anhieb angetan. Ganz in der Nähe freute sich Simon (6), dass er das Kaninchen, das ihm so gut gefiel, streicheln durfte.
Seit fünf Jahren dabei sind Alpakas von Guido Stoffel aus Kleinich. Die von ihm selbst geschorene und von einer Tante versponnene Wolle lässt er teils zu Bettdecken verarbeiten.
Monika und Hermann Müller aus Nohfelden schauten schon zum zweiten Mal beim Markt vorbei - der Tiere und des Bauernmarktes wegen. Schon öfter beim Markt waren Anita und Günter Klein aus Burgen. Doch nun wollten sie Enkelin Lena (9), einer begeisterten Reiterin, eine Freude machen, was auch glückte.
Ein solcher Markt sei schon beachtlich für ein Dorf dieser Größe, meinte ein Ehepaar aus Longkamp. Es sei alles da, sagte Arnold Petry aus Haag, der dem Bundenbacher Dachdecker Hartmut Lerner über die Schulter schaute.
Ursula und Hermann Leuck, die nahe des Festplatzes wohnen, erleben seit Jahren mit, wie viel Arbeit im Marktwochenende steckt. Seit einer Woche würden die Helfer ständig hin und her fahren, um Material zum Platz zu bringen, was sich nächste Woche in umgekehrter Richtung wiederhole. "Die machen das ganz toll - alle Achtung." Etliche beantragten sogar extra Urlaub. urs