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Großstadthelden aus der Kleinstadt

Großstadthelden aus der Kleinstadt

Eine Gruppe Manderscheider hat vor acht Jahren den Verein "Großstadthelden" gegründet. Ziel ist es, laut Satzung, das karnevalistische Brauchtum im Ort mit zu bewahren. Das tun sie mit ihrer jährlichen Wild-West-Party. Ein Teil des Erlöses wird gespendet.

Manderscheid. Einmal im Jahr verwandelt sich das Kurhaus in Manderscheid in eine Westernstadt. Dann stellen die Großstadthelden an vier Abenden die bis zu fünf Meter hohe aus Spanplatten ausgeschnittene Straßenzeile auf. Eine Bank, ein Bahnhof, eine Poststation und natürlich einen Saloon haben die Männer detailgetreu auf die Platten gemalt. Ein mit Holzbalken gezimmerter Pferdestall ist die Bar. Und der Aufwand wird von den Gästen honoriert. 350 kommen im Durchschnitt.
Clique hält zusammen


Die "Großstadthelden" sind aus einer Clique von 40 Manderscheidern entstanden, die sich gut miteinander verstehen und sich zum Teil schon aus der Schulzeit kennen. Fritz Kretzsch mar, erster Vorsitzender sagt: "Wir wollten gemeinsam eine Fastnachtsparty machen, und damit auch finanziell alles ordentlich abläuft, haben wir einen Verein gegründet."
Ein weiterer wichtiger Grund für die Vereinsgründung war der Zusammenhalt der Clique. Kretzschmar berichtet: "Viele sehen sich im Laufe des Jahres sehr unregelmäßig, aber an Fastnacht sind alle da."
Zum Namen Großstadthelden kamen die Manderscheider, weil die Burgenstadt mit ihren rund 1400 Einwohnern Stadt ist, und ihnen der gleichnamige Film gut gefallen hat.
Dem Karneval verbunden


Die Gemeinnützigkeit steht bei den Großstadthelden nicht nur auf dem Papier, sondern sie geben jedes Jahr von ihren Einnahmen Geld an verschiedene Manderscheider Institutionen. Beispielsweise haben sie das Heimatmuseum, den Musikverein fürs Jugendorchester und den Sportverein finanziell unterstützt. Fritz Kretzschmar erklärt: "Das ist für uns sehr wichtig, dass wir mit unserer Party auch im Ort helfen können."
Dem Karneval fühlen sich die Großstadthelden sehr verbunden, und deshalb steht für die Vereinsmitglieder die Frage im Raum, ob sie vielleicht die Organisation der Kappensitzung und des Umzugs übernehmen wollen, denn der Karnevalsverein findet momentan keinen neuen Vorstand mehr (der TV berichtete). Dazu meint der erste Vorsitzende der Großstadthelden: "Das müssen wir in unserer Jahreshauptversammlung Ende Mai besprechen, aber eins ist schon jetzt klar, entweder wir machen die Wild-West-Party, oder Kappensitzung und Umzug. Beides schaffen wir nicht."